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Das Modalverb mögen

 
 
Wunsch
Lust
Einräumung
Vermutung
indirekte Aufforderung 
als Vollverb


Wunsch

Die Hauptbedeutung von mögen ist "Wunsch":

Er möchte euch besuchen.   =   Er hat den Wunsch, euch zu besuchen.
Die Kinder möchten draußen spielen.   =   Die Kinder haben den Wunsch, draußen zu spielen.
Möchtest du auch einmal nach Paris fahren?   =   Hast du den Wunsch, auch einmal nach Paris zu fahren?

mögen steht mit dieser Bedeutung meist im Konjunktiv II Präteritum, der hier die Funktion des Indikativs Präsens hat:

er möchte = er hat den Wunsch, er will

möchte drückt also Gegenwärtigkeit aus. Wenn ein Wunsch in der Vergangenheit ausgedrückt werden soll, wird wollen gewählt:

Er wollte euch besuchen.
Die Kinder wollten draußen spielen.

Ein in der Gegenwart mit möchte ausgedrückter Wunsch ist schwächer als ein mit sollen oder wollen formulierter Wunsch. Vergleiche:

schwächer:  Ich möchte euch besuchen.
stärker: Ich will euch besuchen.

möchte ist immer höflicher als wollen. Deshalb wird es häufig in höflichen Redewendungen verwendet. Zum Beispiel:

Ich möchte Sie bitten...
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Wunschsatz:

Eine besondere Verwendung von mögen ist der Wunschsatz. Das Modalverb kann im Konjunktiv I (= „realer“ Wunschsatz) oder im Konjunktiv II (= irrealer Wunschsatz) verwendet werden:

Mögen die Götter euch beschützen!   Die Götter mögen euch beschützen!
Möge der Beste gewinnen! Der Beste möge gewinnen!
Möchte er doch endlich kommen!


„Lust“

Wenn mögen mit der Bedeutung "Wunsch" im Indikativ verwendet wird, drückt es eher Lust haben, gerne tun aus.

Ich mag gern fernsehen.   =   Ich liebe es fernzusehen.
Sie mag nicht darüber reden.   =   Sie hat keine Lust, darüber zu reden.
Er mochte keinen Fisch essen.   =   Er hatte keine Lust, Fisch zu essen.

Diese Verwendung von mögen kommt eher selten vor.


Einräumung

Eine weitere Hauptfunktion von mögen ist "Einräumung". Es dient dazu, eine Einräumung zu verdeutlichen, die meist auch durch andere Mittel wie auch, wohl, trotzdem, dennoch ausgedrückt wird:

Mögen sie auch noch so protestieren, sie müssen trotzdem ihre Aufgaben machen.
Es mag wohl viel kosten, aber es ist den hohen Preis wert.
Der Hügel mochte wohl steil sein, wir bezwangen ihn dennoch ohne vom Fahrrad zu steigen.

Bei der Einräumung steht mögen meist im Indikativ.


Vermutung, Annahme

Eher veraltet ist die Verwendung von mögen, um eine Vermutung auszudrücken:

Die Vorhänge mochten schon Jahrzehnte dort gehangen haben.   =   Die Vorhänge hingen wahrscheinlich schon Jahrzehnte dort.
Er mag jetzt zehn Jahre alt sein.   =   Er ist jetzt vermutlich zehn Jahre alt.
Was mag wohl ihr Motiv gewesen sein?   =   Was ist möglicherweise ihr Motiv gewesen?

Wenn es eine Vermutung ausdrückt, steht mögen im Indikativ.


Indirekte Aufforderung

mögen kann wie sollen auch in indirekten Aufforderungen verwendet werden:

Sie bittet dich, du mögest/möchtest so schnell wie möglich zurückrufen.

Siehe Indirekte Aufforderung.


mögen als Vollverb

mögen kann auch als Vollverb verwendet werden:

Ich mag Erdbeereis.   =   Ich esse gern Erdbeereis.
Wir mögen kein Bier.   =   Bier schmeckt uns nicht.
Er mochte sie sehr.   =   Er hatte sie sehr gern.
Sie möchte, dass wir sie besuchen.   =   Sie wünscht, dass wir sie besuchen.







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