Spacer
Canoo Logo
Ein Produkt von Canoo Logo
 in: 
Groß-/Kleinschreibung ss statt ß
| Wörterbücher | Wortgrammatik | Wortbildung | Satzgrammatik | Rechtschreibung | Glossar | Fachbegriffe A-Z |  
| Überblick | Nomen | Verb | Adjektiv | Pronomen | Adverb | Artikel | Präposition | Konjunktion | Interjektion |
 

Reflexive Verben
Rückbezügliche Verben

 
 
Reflexive Verben sind Verben, die mit dem Reflexivpronomen sich stehen. Das Reflexivpronomen ist mit dem Subjekt des Satzes identisch. Es bezieht sich zurück auf das Subjekt des Satzes. Beispiele:

sich beeilen, sich ärgern, sich rasieren

Reflexive Verben
      „Echte“ reflexive Verben
Reflexive Verbvarianten
Reflexiv verwendete Verben
Reflexive Formen zum Ausdruck des Passivs 
  
Flexion der reflexiven Verben
Reflexive und reziproke Verben

NB: Ebenfalls mit sich stehen die reziproken Verben.


Reflexive Verben

Reflexive Verben (rückbezügliche Verben) sind Verben, die sich mit dem Reflexivpronomen sich verbinden:

Ich schäme mich.
Du eignest
dir neue Fertigkeiten an.
Liebeskummer lohnt
sich nicht.
Wir fürchten
uns vor der Dunkelheit.
Ihr habt
euch selber eingeladen.
Sie zweifeln an
sich.

Das Reflexivpronomen hat die Rolle eines Objekts im Satz. Es bezieht zurück auf das Subjekt des Satzes und ist mit ihm identisch.


„Echte“ reflexive Verben, reflexive Verbvarianten, reflexiv verwendete Verben

Je nachdem, ob das Reflexivpronomen obligatorisch bei einem Verb steht oder ob es weggelassen oder durch ein anderes Pronomen ersetzt werden kann, unterscheidet man:

„Echte“ reflexive Verben
Reflexive Verbvarianten
Reflexiv verwendete Verben  


„Echte“ reflexive Verben

Sogenannte echte reflexive Verben sind Verben, die immer mit einem Reflexivpronomen stehen müssen:

Mit Akkusativ:
sich auskennen (ich kenne mich aus), sich beeilen, sich bewerben, sich betrinken, sich erholen, sich ereignen, sich räuspern, sich schämen, sich verirren, sich verlieben usw.

Mit Dativ:
sich etwas aneignen (ich eigne mir etwas an), sich etwas anmaßen, sich etwas einbilden usw.

Echte reflexive Verben erkennt man unter anderem daran:

Das Reflexivpronomen kann nicht weggelassen werden:
Ich beeile mich. Nicht: Ich beeile.
Der Mann bildet sich etwas ein.    Nicht: Der Mann bildet etwas ein.
 
Das Reflexivpronomen kann nicht durch ein anderes Pronomen oder ein Substantiv ersetzt werden:
Ich beeile mich. Nicht: Ich beeile euch.
Nicht: Ich beeile die Kinder.
Der Mann bildet sich etwas ein.    Nicht: Der Mann bildet ihnen etwas ein.
Nicht: Der Mann bildet seinem Sohn etwas ein.
 
Nach dem Reflexivpronomen kann nicht gefragt werden:
Ich beeile mich. Nicht: Wen beeile ich?
Der Mann bildet sich etwas ein.    Nicht: Wem bildet der Mann etwas ein?


Reflexive Verbvarianten

Wir sprechen von einer reflexiven Verbvariante, wenn ein Verb mit dem Reflexivpronomen eine andere Bedeutung oder eine andere Satzkonstruktion hat als ohne das Reflexivpronomen:

Reflexive Verbvariante     Nicht reflexive Verbvariante
sich ärgern = Ärger empfinden ärgern = Ärger verursachen
Ich ärgere mich Ich ärgere ihn.
sich auf jemanden verlassen = auf jemanden vertrauen jemanden verlassen = bei jemandem weggegehen
Sie verlässt sich auf ihren Mann. Sie verlässt ihren Mann.
sich vor jemandem fürchten. jemanden fürchten.
Wir fürchten uns vor ihnen.
Wir fürchten sie.

Die reflexive Verbvariante verhält sich wie ein „echtes“ reflexives Verb:
  • Das Reflexivpronomen kann nicht wegglassen werden,
  • Das Reflexivpronomen kann nicht durch ein anderes Pronomen oder ein Nomen ersetzt werden,
  • Man kann nicht nach dem Reflexivpronomen fragen,
ohne dass dadurch ein inkorrekter Satz entsteht oder die Bedeutung des Verbs sich ändert.

sich ärgern „Ärger empfinden“:
Nicht: Ich ärgere. falsch
Nicht: Ich ärgere ihn. Bedeutung ändert von „Ärger empfinden“ zu „Ärger verursachen“.
Nicht: Wen ärgere ich?   Bedeutung ändert von „Ärger empfinden“ zu „Ärger verursachen“.
 
sich vor jemandem/etwas fürchten:
Nicht: Wir fürchten vor ihnen. falsch
Nicht: Wir fürchten euch vor ihnen. falsch
Nicht: Wen fürchten wir vor ihnen?   falsch


Reflexiv verwendete Verben

Reflexiv verwendete Verben sind Verben, bei denen das Reflexivpronomen an der Stelle eines anderen Pronomens oder eines Nomens steht. Die Bedeutung des Verbs ändert sich dabei nicht:

Reflexive Verwendung    Nicht reflexive Verwendung
Der Mann wäscht sich. Der Mann wäscht den Wagen.
Der Frisör rasiert sich. Der Frisör rasiert den Kunden.
Du widersprichst dir. Du widersprichst der Direktorin.
Sie achten gut auf sich. Sie achten gut auf ihn.

Das Reflexivpronomen übernimmt im Satz dann die Rolle eines Objektes, wenn das Objekt mit dem Subjekt identisch ist. In diesem Fall muss sogar ein Reflexivpronomen verwendet werden:

Der Mann wäscht sich. nicht = Der Mann wäscht den Mann.
nicht = Der Mann wäscht ihn.

Reflexivpronomen können die Rolle aller Arten von Objekten übernehmen:

Akkusativobjekt: Er wäscht sich.
Du hast dich verletzt.
 
Dativobjekt: Du widersprichst dir häufig.
Er gönnt sich eine Pause.
 
Präpositionalobjekt: Achtet gut auf euch!
Sie adressieren den Brief an sich
 
Genitivobjekt
(gehoben, selten):
Damit spotten sie ihrer.

Reflexiv verwendete Verben erkennt man unter anderem daran:

Das Reflexivpronomen kann durch ein anderes Pronomen oder ein Substantiv ersetzt werden, ohne dass sich die Bedeutung des Verbs ändert:
Er rasiert sich. Er rasiert den Kunden
Er rasiert ihn.
Achtet gut auch euch! Achtet gut auf die Kinder!
Achtet gut auf sie!
Nach dem Reflexivpronomen kann gefragt werden:
Er rasiert sich. Wen rasiert er? Sich.
Sie adressieren den Brief an sich. An wen adressieren sie den Brief? An sich.
Das Reflexivpronomen kann verneint werden:
Er rasiert sich. Er rasiert nicht sich, sondern den Kunden.
Er gönnt sich eine Pause. Er gönnt nicht sich, sondern nur den anderen eine Pause.
Das Reflexivpronomen kann mit selbst (umgsprachlich auch selber) verstärkt werden:
Er rasiert sich. Er rasiert sich selbst.
Sie adressieren den Brief an sich. Sie adressieren den Brief an sich selbst.
Sie hat sich zur Party eingeladen. Sie hat sich selbst zur Party eingeladen.


Reflexive Formen zum Ausdruck des Passivs

Reflexive Formen mit sich werden auch zum Ausdruck des Passivs verwendete:

Reflexivkonstruktion mit unpersönlichem sich:

Die Tür öffnet sich.  =  Die Tür wird geöffnet.
Es wird sich schon eine Lösung finden.  =  Es wird schon eine Lösung gefunden werden.
Die neue CD verkauft sich gut.  =  Die neue CD wird gut verkauft.

Siehe Konkurrenzformen des werden-Passivs.

sich lassen + Infinitiv

Die Fenster lassen sich öffnen.  =  Die Fenster können geöffnet werden.
Der Stoff lässt sich gut waschen.  =  Der Stoff kann gut gewaschen werden.
Der Umweltskandal ließ sich nicht verbergen.  =  Der Umweltskandal konnte nicht verborgen werden.

Siehe Konkurrenzformen des werden-Passivs.







Copyright © 2000-2017 Canoo Engineering AG, Kirschgartenstr. 5, CH-4051 Basel. Alle Rechte vorbehalten.
Bedeutungswörterbuch: Copyright © 1996, 1997, 2011 Universität Tübingen.
Nutzungsbedingungen/Datenschutz | Impressum
Spacer
canoonet fürs iPhone
canoonet - FindIT Die semantische Suche für Unternehmen
zappmedia
ÜBERSETZUNGSBÜRO
Alle Sprachen [DIN]