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Vergangenheit mit haben oder mit sein

 
 
Vergangenheitsformen mit Hilfsverb
Vergangenheit mit haben
Vergangenheit mit sein
Vergangenheit mit haben und sein


Vergangenheitsformen mit Hilfsverb

Die zusammengesetzten Zeiten der Vergangenheit werden mit den Hilfsverben haben oder sein gebildet. Es sind dies das Perfekt und das Plusquamperfekt. Die beiden Hilfsverben sind indirekt auch bei der Bildung der Formen des Futurs II beteiligt.

Die Wahl des Hilfsverbs hängt von verschiedenen Kriterien ab, die unten erläutert werden.

Es ist nicht bei allen Verben einfach zu bestimmen, welcher Klasse sie angehören. Außerdem entziehen sich einige Verben den allgemeinen Kriterien. Deshalb wird im Wörterbuch für jedes Verb angegeben, ob es mit haben, mit sein oder mit beiden Hilfsverben steht.


Vergangenheit mit haben

Die folgenden Verben stehen mit haben:
Transitive Verben, d. h. Verben, die mit einem Akkusativobjekt stehen (können).

Der Agent hat eine Zigarette geraucht.
Wir haben das Buch gefunden.
Ich habe dir eine Überraschung versprochen.
Du hast einen großen Fehler begangen.

Transitive Verben stehen auch mit haben, wenn das Akkusativobjekt nicht im Satz erscheint:

Er hat gestern wieder getrunken (Alkohol, Wein, Bier, ...).
Wir haben schon gewaschen (die Wäsche).

Ausnahme: Einige transitive Verben stehen mit sein. Es handelt sich um einige wenige von einem mit sein konjugierten Verb abgeleitete Verben:

Er ist einen Pakt mit dem Teufel eingegangen.
Der Lehrer ist (selten: hat) die Prüfung mit den Schülern durchgegangen.
Ich bin die alten Sachen nicht losgeworden.
Alle reflexiven Verben

Ich habe mich dafür geschämt.
Die Kinder haben sich sehr gefreut.
Ich habe mir die Zähne geputzt
Du hast dir andauernd widersprochen.

Dies gilt nicht für reziproke Verben. Sie verhalten sich wie „gewöhnliche“ Verben: Wenn sie mit dem Akkusativ stehen, bilden sie die Vergangenheit mit haben:

Sie haben sich (einander) gestern gesehen.
Wir haben uns (einander) am Bahnhof getroffen.

Reziproken Verben mit Dativ haben das gleiche Hilfsverb wie wenn sie nicht reziprok sind:

Wir sind uns (einander) gestern begegnet. ( cf. Wir sind ihm gestern begegnet.)
Sie haben sich (einander) sehr geglichen. (cf. Er hat ihr sehr geglichen.)
Unpersönliche Verben

Es hat geregnet.
Es hat geschneit.
Es hat gedämmert.
Alle Modalverben

Sie hat nicht kommen können.
Ich habe zuschauen dürfen.
Sie haben uns nicht helfen wollen.
Die Kinder haben bei Freunden übernachten dürfen.

Infinitiv statt Partizip Perfekt, siehe Ersatzinfinitiv.
Intransitive Verben, die ein nicht abgeschlossenes Geschehen, einen andauernden Zustand ausdrücken (= durative intransitive Verben).

Der Bär hat den ganzen Winter geschlafen.
Die Sonne hat heute nur kurz geschienen.
Die Blumen haben gestern noch geblüht.
Hast du an diesem Projekt mitgearbeitet?

Vergleiche unten intransitive Verben, die ein abgeschlossenen Geschehen, eine Zustands- oder Ortsveränderung ausdrücken.

Ausnahmen: sein und bleiben werden mit dem Hilfsverb sein konjugiert, obwohl sie einen andauernden Zustand ausdrücken:

Ich bin in der Stadt gewesen.
Ihr Mann ist zu Hause geblieben.


Vergangenheit mit sein

Die folgenden Verben stehen mit sein:
Intransitive Verben die ein zeitlich begrenztes Geschehen oder eine Zustands- oder Ortsveränderung bezeichnen (= perfektive intransitive Verben).

Ich bin eingeschlafen.
Ihr seid nicht auf der Arbeit erschienen.
Die Blumen sind jetzt verblüht.
Wir sind gestern in Bremen angekommen.

Vergleiche oben intransitive Verben, die einen andauerndes Geschehen, einen Zustand ausdrücken.
sein und bleiben

sein und bleiben werden mit dem Hilfsverb sein konjugiert, obwohl sie intransitive Verben sind, die ein nicht abgeschlossenes Geschehen, einen andauernden Zustand ausdrücken:

Ich bin in der Stadt gewesen.
Ihr Mann ist zu Hause geblieben.
Einige wenige transitive Verben, die von einem mit sein konjugierten Verb abgeleitetet sind.

Er ist einen Pakt mit dem Teufel eingegangen.
Der Lehrer ist (selten: hat) die Arbeiten mit den Schülern durchgegangen.
Ich bin die alten Sachen nicht losgeworden.


Vergangenheit mit haben und mit sein

Im Prinzip werden die Vergangenheitsformen eines Verbs entweder mit haben oder mit sein gebildet. Bei vielen Verben kommen aber beide Hilfsverben vor. Dabei sind verschiedene Arten der Schwankung zu unterscheiden:

Intransitive Bewegungsverben

Viele Bewegungsverben können sowohl ein andauerndes Geschehen als auch ein zeitlich begrenztes, abgeschlossenes Geschehen ausdrücken. Im ersten Fall stehen sie in der Vergangenheit mit haben, im zweiten Fall mit sein:

Er hat in seiner Jugend viel gesegelt. Er ist nach Korsika gesegelt.
Ich habe gehinkt. Ich bin zur Tür gehinkt.
Sie hat den ganzen Tag geritten. Sie ist übers Feld geritten.

Weitere Beispiele sind:
flattern, tanzen, rudern, paddeln, humpeln, rodeln, schlitteln (schweiz.), tänzeln, tauchen.

ebenso modernere Lehnwörter wie:
raften, skateboarden, skaten, snowboarden, surfen.

Die intransitiven Bewegungsverben haben die Neigung, die Vergangenheit immer mit sein zu bilden:

Sehr oft mit sein verwendet werden zum Beispiel:
fahren, fliegen, galoppieren, klettern, schwimmen.

Nur noch mit sein werden verwendet:
gehen, reisen, laufen, springen.

Früher sind (auch haben) wir immer im See geschwommen.
Während der Ferien in den Alpen ist (auch hat) er viel geklettert.
In ihrer Jugend ist sie viel gereist.
Früher ist man viel öfters gegangen statt gefahren.
Bewegungsverben, die intransitiv und transitiv verwendet werden.

Manche intransitive Bewegungsverben (mit sein) können auch transitiv (mit haben) verwendet werden.

Der Chauffeur ist nach Hamburg gefahren. Der Chauffeur hat die Ladung nach Hamburg gefahren.
Wir sind über den Hügel geritten. Wir haben das Pferd über den Hügel geritten.
Der Fährmann ist ans andere Ufer gerudert. Der Fährmann hat das Boot/die Passagiere ans andere Ufer gerudert.
Er ist nach New York geflogen. Der Pilot hat einen Jumbojet geflogen.
stehen, liegen, sitzen

Die Verben stehen, liegen, sitzen sowie viele von ihnen abgeleiteten Verben werden im nördlichen deutschen Sprachraum meist mit haben, im südlichen deutschen Sprachraum meist mit sein verwendet.

Er hat auf der Treppe gesessen. Er ist auf der Treppe gesessen.
Der Schrank hat im Kinderzimmer gestanden. Der Schrank ist im Kinderzimmer gestanden.
Sie haben im Gras gelegen. Sie sind im Gras gelegen.
Viele Leute haben herumgestanden. Viele Leute sind herumgestanden.
Intransitive Verben, die eine allmähliche Veränderung bezeichnen.

Bei einigen intransitiven Verben, die eine allmähliche Zustandsveränderung bezeichnen, kann entweder der Vorgang (= andauerndes Geschehen; haben) oder das Resultat (= abgeschlossenes Geschehen; sein) betont werden.

Der Wein hat gegoren. Der Wein ist gegoren.
Er hat gealtert. (selten) Er ist gealtert.
Verben mit verschiedenen Bedeutungsvarianten

Viele Verben haben verschiedene Bedeutungen. Wenn die Bedeutungsvarianten mit verschiedenen Satzkonstruktionen verbunden sind, kann es sein, dass die Verbvarianten die Vegangenheitsformen unterschiedlich bilden. Meistens geht es dabei um transitive und intransitive Verbvarianten (vgl. auch oben Bewegungsverben).

Ich habe den Ball gerollt. Der Ball ist gerollt.
Sie hat ihren Vater nach Wien gefahren. Sie ist nach Wien gefahren.
Er hat das Glas zerbrochen. Das Glas ist zerbrochen.
Der Trainer hat uns zu höheren Leistungen angetrieben. Die Leiche ist am Ufer angetrieben.
Der Jäger hat ein Reh geschossen. Der Wagen ist um die Ecke geschossen.
Sie hat den Motor gestartet. Sie ist im zweiten Rennen als letzte gestartet.
Sie haben uns den Teppich unter den Füßen weggezogen. Sie sind aus der Stadt weggezogen.
Der Zug hat die Grenze passiert. Auf der A1 ist ein Unglück passiert.
Er hat sich ins Wasser gestürzt. Er ist ins Wasser gestürzt.
Wir haben uns geirrt. Wir sind durch das ganze Kaufhaus geirrt.







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