Spacer
Canoo Logo
Ein Produkt von Canoo Logo
 in: 
Groß-/Kleinschreibung ss statt ß
| Wörterbücher | Wortgrammatik | Wortbildung | Satzgrammatik | Rechtschreibung | Glossar | Fachbegriffe A-Z |  
| Überblick | Nomen | Verb | Adjektiv | Pronomen | Adverb | Artikel | Präposition | Konjunktion | Interjektion |
 

Die indirekte Rede

 
 
Direkte Rede
Umsetzung der direkten Rede in indirekte Rede 
Indirekte Rede und Konjunktiv
Ersatzformen direkte Rede - indirekte Rede
Stilistische Kriterien


Direkte Rede

Wenn eine Aussage einer anderen Person oder eine eigene Aussage zitiert wird, kann dies im Deutschen durch die direkte Rede wiedergegeben werden:

Er sagt: „Ich habe mich getäuscht.“
Sie behaupten: „Wir haben es nicht getan.“
Ich antwortete: „Mein Name ist Ferdinand.“

Die direkte Rede verlangt ein einleitendes Verb wie sagen, behaupten, fragen, meinen, denken usw. Das Gesagte wird wörtlich wiedergegeben und in geschriebenen Texten in Anführungszeichen gesetzt.


Umsetzung der direkten Rede in indirekte Rede

Es ist im Deutschen auch möglich, Aussagen in der indirekten Rede wiederzugeben

Mit dem Konjunktiv
Er sagt, er habe sich getäuscht.
Sie behaupten, sie
hätten es nicht getan.
Ich antwortete, mein Name
sei Ferdinand.

Mit einem Nebensatz (und Konjunktiv)
Er sagt, dass er sich getäuscht habe.
Sie behaupten,
dass sie es nicht getan hätten.
Ich antwortete,
dass mein Name Ferdinand sei.

Andere Möglichkeiten statt indirekter Rede: a) Infinitivkonstruktion, b) Modalverb, c) "Quellenangabe"   
a) Sie behaupten, es nicht getan zu haben.
b) Sie wollen es nicht getan haben.
c) Nach ihrer Aussage haben sie es nicht getan.

Siehe auch: Indirekte Frage und Indirekte Aufforderung.


Indirekte Rede und Konjunktiv

In der indirekten Rede wählt man normalerweise den Konjunktiv I.

Es ist aber auch möglich den Indikativ, den Konjunktiv II oder die Formen mit würde zu verwenden (siehe Tabelle). Es gibt beinahe keine festen Regeln dafür, welche Form man wählt. Die Wahl ist in vielen Fällen nicht eine Frage der Grammatik, sondern eine Frage des Stils (siehe Stilistische Kriterien). Grammatikalisch gesehen gelten für die indirekte Rede die folgenden Regeln:

Der Konjunktiv I ist im Prinzip immer richtig.

Dabei werden die Indikativformen der direkten Rede wie folgt durch die Formen des Konjunktivs I ersetzt.

Direkte Rede
  »  
Indirekte Rede
Indikativ Präsens   »   Konjunktiv I Präsens
Er sagt(e): „Das Kind hat Hunger.“   »   Er sagt(e), das Kind habe Hunger.
Indikativ Präteritum
Indikativ Perfekt
Indikativ Plusquamperfekt
  »   Konjunktiv I Perfekt
Er sagt(e): „Das Kind hatte Hunger.“
Er sagt(e): „Das Kind
hat Hunger gehabt.“
Er sagt(e): „Das Kind
hatte Hunger gehabt.“
  »   Er sagt(e), das Kind habe Hunger gehabt.
Indikativ Futur I   »   Konjunktiv I Futur I
Er sagt(e): „Das Kind wird Hunger haben.“   »   Er sagt(e), das Kind werde Hunger haben.
Indikativ Futur II   »   Konjunktiv I Futur II
Er sagt(e): „Das Kind wird Hunger gehabt haben.“    »   Er sagt(e), das Kind werde Hunger gehabt haben.


Wenn die indirekte Rede nur durch den Konjunktiv ausgedrückt wird, darf nicht der Indikativ gewählt werden.

Der Grund dafür ist, dass die indirekte Rede immer mit mindestens einem Mittel (Konjunktiv oder Nebensatz) gekennzeichnet werden muss:

Direkte Rede Indirekte Rede mit Nebensatz  Indirekte Rede nur mit Konjunktiv 
Sie sagt: „Ich bin müde.“     Sie sagt, dass sie müde sei.
Sie sagt, sie sei müde.
Auch: NICHT:
Sie sagt, dass sie müde ist.   Sie sagt, sie ist müde.


Wenn in der direkten Rede der Konjunktiv steht, muss auch in der indirekten Rede der Konjunktiv stehen.

Direkte Rede: Sie sagte: „Ich käme, wenn ich Zeit hätte.
Indirekte Rede:  Sie sagte, dass sie käme, wenn sie Zeit hätte.
Sie sagte, sie
käme, wenn sie Zeit hätte.


Tabelle: Ersatzformen direkte Rede » indirekte Rede

Die Tabelle zeigt, wie die Verbformen der direkten Rede in der indirekten Rede ersetzt werden. Welche der verschiedenen Ersatzformen gewählt wird, hängt unter anderem von stilistischen Kriterien ab (siehe unten).

Direkte Rede
Indirekte Rede
Indikativ Präsens Er sagt(e): „Ich finde es gut.“ Konjunktiv I
Präsens
Er sagt(e), er finde es gut.
Er sagt(e), dass er es gut
finde.
Konjunktiv II
Präteritum
Er sagt(e), er fände es gut.
Er sagt(e), dass er es gut
fände.
würde + Infinitiv Präs.
(Konjunktiv II Futur I)
Er sagt(e), er würde es gut finden.
Er sagt(e), dass er es gut
finden würde.
Nur mit Nebensatz:
Indikativ Präsens

Indikativ Präteritum

Er sagt, dass er es gut findet.
Er
sagte, dass er es gut findet
Er
sagte, dass er es gut fand.
 
Indikativ Präteritum
Indikativ Perfekt
Indikativ Plusquamperf. 
Er sagt(e): „Ich fand es gut.“
Er sagt(e): „Ich
habe es gut gefunden.“ 
Er sagt(e): „Ich
hatte es gut gefunden.“
Konjunktiv I
Perfekt
Er sagt(e), er habe es gut gefunden.
Er sagt(e), dass er es gut
gefunden habe.
Konjunktiv II
Plusquamperfekt 
Er sagt(e), er hätte es gut gefunden.
Er sagt(e), dass er es gut
gefunden hätte.
würde + Infinitiv Perf.
(Konjunktiv II Futur II)
Er sagt(e), er würde es gut gefunden haben.
Er sagt(e), dass er es gut
gefunden haben würde.
Nur mit Nebensatz:
Indikativ Präteritum
Indikativ Perfekt
Indikativ Plusquamp.

Er sagt(e), dass er es gut fand.
Er sagt(e), dass er es gut
gefunden hat.
Er sagt(e), dass er es gut
gefunden hatte.
 
Indikativ Futur I Er sagt(e): „Ich werde es gut finden.“ 
Konjunktiv I Futur I Er sagt(e), er werde es gut finden.
Er sagt(e), dass er es gut
finden werde.
würde + Infinitiv Präs.
(Konjunktiv II Futur I)
Er sagt(e), er würde es gut finden.
Er sagt(e), dass er es gut
finden würde.
Nur mit Nebensatz:
Indikativ Futur I

Er sagt(e), dass er es gut finden wird.
 
Indikativ Futur II Er sagt(e): „Ich werde es wohl gut gefunden haben.“
Konjunktiv I Futur II Er sagt(e), er werde es wohl gut gefunden haben.
Er sagt(e), dass er es wohl gut
gefunden haben werde.
würde + Infinitiv Perf.
(Konjunktiv II Futur II)
Er sagt(e), er würde es wohl gut gefunden haben.
Er sagt(e), dass er es wohl gut
gefunden haben würde.
Nur mit Nebensatz:
Indikativ Futur II

Er sagt(e), dass er es wohl gut gefunden haben wird.
 

Stilistische Kriterien

Die oben stehende Tabelle zeigt, dass es beim Ersatz der Verbformen in der indirekten Rede immer mehrere Möglichkeiten gibt.

Im Prinzip steht die indirekte Rede im Konjunktiv I.

Von dieser Grundregel wird unter anderem abgewichen
  • wenn die indirekte Rede durch einen Nebensatz mit dass ausgedrückt wird. Dann kann auch der Indikativ stehen.

    Der Mann behauptet, dass er bereits bezahlt habe.
    oder:
    Der Mann behauptet, dass er bereits bezahlt hat.

  • wenn die Formen des Indikativs und des Konjunktivs I gleichlautend sind. In solchen Fällen wird der Konjunktiv II oder die würde-Form bevorzugt

    Direkte Rede
    Indirekte Rede
    Sie sagten: „Wir finden den Weg nicht.“ Sie sagten, sie fänden den Weg nicht.
    Sie sagten, sie
    würden den Weg nicht finden.
    Statt: Sie sagten, sie finden den Weg nicht .
    Ich antwortete: „Ich heiße Ferdinand.“ Ich antwortete, ich hieße Ferdinand .
    Ich antwortete, ich
    würde Ferdinand heißen.
    Statt: Ich antwortete, ich heiße Ferdinand .
    Er behauptet: „Ihr habt mich bestohlen.“   Er behauptet, wir hätten ihn bestohlen.
    Er behauptet, wir
    würden ihn bestohlen haben.
    Statt: Er behauptet, wir haben ihn bestohlen.

    Die würde-Formen werden vor allem in der gesprochenen Umgangssprache verwendet. In der geschriebenen Standardsprache bevorzugt man die Formen des Konjunktivs II.

    Eine Ausnahme bilden ungebräuchliche, als geziert empfundene Formen des Konjunktivs II . Hierzu gehören vor allem unregelmäßigen Formen mit Umlaut wie zum Beispiel:

    klänge, misslänge, stänke, träfe, stäche, schwämme/schwömme, vergösse, flösse, schösse, verlöre, schmölze, führe (fahren), grübe, wüsche, stürbe.

    In diesen Fällen wählt man auch in der Standardsprache meist die würde-Formen:

    Er dachte, sie würden ihn erschießen (statt: sie erschössen ihn).
    Sie sagten, die Quellen würden nach Schwefel stinken (statt: die Quellen stänken nach Schwefel).
    Er behauptet, dass die Mücken ihn nie
    stechen würden (statt: dass die Mücken ihn nie stächen).

    Siehe auch Die würde-Formen.

  • wenn das Verb in der zweiten Person Singular und Plural steht. Dann ziehen viele die Formen des Konjunktivs II (respektive die würde-Formen) den als veraltet oder gehoben empfundenen Formen des Konjunktivs I vor:

    Man behauptet, du hättest das absichlich getan (statt: du habest das absichtlich getan).
    Sie sagte, du
    würdest nicht zu mir passen (statt: du passest nicht zu mir).
    Er sagt, ihr hättet unrecht
    (statt: ihr habet unrecht).
    Ich dachte, ihr
    wärt schon weggegangen (statt: ihr seiet schon weggegangen).

    Aber meist Konjunktiv I in der 2. Pers. Singular von sein:

    Ich dachte, du sei(e)st schon weggegangen.






Copyright © 2000-2014 Canoo Engineering AG, Kirschgartenstr. 5, CH-4051 Basel, tel. +41 61 228 94 44. All Rights Reserved.
Bedeutungswörterbuch: Copyright © 1996, 1997, 2011 by University of Tübingen.
Nutzungsbedingungen/Datenschutz | Impressum
Spacer
canoonet fürs iPhone
canoonet - FindIT Die semantische Suche für Unternehmen
zappmedia
ÜBERSETZUNGSBÜRO
Alle Sprachen [DIN]