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| Satzteilkonjunktionen |
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Mit den Konjunktionen als und wie werden Satzteile (Adverbialbestimmungen oder Attribute) in den Satz eingegliedert. Es handelt sich oft um einen Vergleich:
Jemand wie du sollte das wissen.
Er benahm sich wie ein wild gewordener Elefantenbulle.
Können wir einem Mann wie ihm vertrauen?
Wir kennen ihn als vertrauenswürdigen Menschen.
Ich wende mich in meiner Funktion als Präsident des Kaninchenzüchtervereins an Sie.
Die Satzteilkonjunktionen als und wie werden manchmal auch als Präpositionen ohne festen Kasus bezeichnet.
Kongruenz im KasusEs ist nicht immer einfach zu entscheiden, in welchem Kasus der durch als oder wie in den Satz eingegliederte Satzteil stehen sollte. Auch im Standarddeutschen herrscht hier eine gewisse Unsicherheit.
Grundregel
Der mit als oder wie in den Satz eingebundene Satzteil steht im gleichen Kasus wie das Wort, auf das er sich bezieht.
Beispiele (als/wie-Phrase, Bezugsphrase):
| Nominativ |
Als erfahrener Programmierer hättest du das wissen müssen.
Gefüllte Kirschtomaten wurden als kleiner Gruß aus der Küche serviert.
Ein erfahrener Programmierer wie du hätte das wissen müssen.
Wie die meisten Häuser des Ortes ist auch dieses nach seinem ersten Bewohner benannt.
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| Akkusativ |
Als erfahrenen Programmier hätte dich das nicht erstaunen müssen.
Wir begrüßen Herrn Eppinger als neuen Mitarbeiter.
Einen erfahrenen Programmierer wie dich hätte das nicht erstaunen müssen.
Wie einen Bediensteten warf der Kaiser den Minister hinaus.
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| Dativ |
Als erfahrenem Programmierer hätte dir das sofort auffallen müssen.
Zuerst wurde die Wissenschaft mit dem Internet als neuem Kommunikationsmedium konfrontiert.
Einem erfahrenen Programmierer wie dir hätte das sofort auffallen müssen.
Wie den meisten Häusern des Ortes sah man auch diesem das Alter deutlich an.
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| Genitiv |
Die Herrscher bedienten sich der Religion als eines Mittels der Unterdrückung.
Siehe aber unten Bezugswort im Genitiv und Bezug auf Genitivattribut. |
Ausnahmen und Sonderfälle
Als Grundregel gilt, dass der mit als oder wie in den Satz eingebundene Satzteil im gleichen Kasus steht wie das Wort, auf das er sich bezieht. Von dieser Regel wird in verschiedenen Fällen abgewichen:
Nomen mit der Singularendung -en:
Wenn ein Nomen der en/en-Klasse allein steht, wird es im Singular meist nicht gebeugt:
Er stellte den Studenten als Assistent ein.
Das ist für mich als Automobilist gut verständlich.
Die Bibel ist dem jungen Mann als Christ sehr wichtig.
Wir haben nicht mit ihm als Kontrahent gerechnet.
Selten auch:
Er stellte den Studenten als Assistenten ein.
Das ist für mich als Automobilisten gut verständlich.
Die Bibel ist dem jungen Mann als Christen sehr wichtig.
Wir haben nicht mit ihm als Kontrahenten gerechnet.
Immer mit Endung, wenn von einem gebeugten Wort begleitet:
Er stellte den Studenten als einen Assistenten ein.
Die Bibel ist dem jungen Mann als gläubigem Christen sehr wichtig.
Wir haben nicht mit ihm als unserem Kontrahenten gerechnet.
Bezugswort im Genitiv
Wenn die mit als eingeleitete Wortgruppe sich auf ein Wort im Genitiv bezieht, steht sie abhängig davon, welche Art Begleiter sie hat, im Genitiv oder im Nominativ:
A) mit Artikel: Genitiv
B) ohne Artikel, mit flektiertem Adjektiv: Nominativ, selten Genitiv
C) ohne Artikel, ohne flektiertes Adjektiv: Nominativ
Beispiele:
A) Die Herrscher bedienten sich der Religion als eines Mittels der Unterdrückung.
B) Die Herrscher bedienten sich der Religion als systematisches Mittel der Unterdrückung.
B) Die Herrscher bedienten sich der Religion als systematischen Mittels der Unterdrückung. (selten)
C) Die Herrscher bedienten sich der Religion als Mittel der Unterdrückung.
A) Wir gedenken dieses Tages als des wichtigsten Ereignisses unseres Lebens.
B) Wir gedenken dieses Tages als wichtigstes Ereignis unseres Lebens.
B) Wir gedenken dieses Tages als wichtigsten Ereignisses unseres Lebens. (selten)
Bezug auf ein Genitivattribut
Wenn die mit als eingeleitete Wortgruppe sich auf ein Genitivattribut bezieht, steht sie abhängig davon, welche Art Begleiter sie hat, im Genitiv oder im Nominativ:
A) mit Artikel: Genitiv B) ohne Artikel, mit flektiertem Adjektiv: Nominativ, selten Genitiv C) ohne Artikel, ohne flektiertes Adjektiv: Nominativ
Beispiele:
A) die Situation Hektors als des (mutigen) Verteidigers seiner Stadt
B) die Situation Hektors als mutiger Verteidiger seiner Stadt
B) die Situation Hektors als mutigen Verteidigers seiner Stadt (selten)
C) die Situation Hektors als Verteidiger seiner Stadt
A) die Rolle der EU als einer (wichtigen) Verteidigerin des Völkerrechts
B) die Rolle der EU als wichtige Verteidigerin des Völkerrechts
B) die Rolle der EU als wichtiger Verteidigerin des Völkerrechts
C) die Rolle der EU als Verteidigerin des Völkerrechts
Allein stehende substantivierte Adjektive/Partizipien stehen ebenfalls im Nominativ (vgl. C):
die Einstellung Peter Meiers als Verantwortlicher für ...
die Einstellung Susanne Müllers als Verantwortliche für ...
Wenn es möglich ist, das Genitivattribut wegzulassen, kann sich die mit als eingeleitete Wortgruppe auch auf das davorstehende Nomen (hier im Nominativ) beziehen:
das Auftreten Hektors als der (mutige) Verteidiger seiner Stadt
vgl. das Auftreten als der (mutige) Verteidiger seiner Stadt
die Rolle der EU als eine wichtige Verteidigerin des Völkerrechts
vgl. die Rolle als eine wichtige Verteidigerin des Völkerrechts
Bezug auf ein Präpositionalattribut mit von
Wenn die mit als eingeleitete Wortgruppe sich auf ein Präpositionalattribut mit von bezieht, steht sie abhängig davon, welche Art Begleiter sie hat, im Dativ oder im Nominativ:
A) mit Artikel: Dativ B) ohne Artikel, mit flektiertem Adjektiv: Nominativ, selten Dativ C) ohne Artikel, ohne flektiertes Adjektiv: Nominativ; substantivierte Adjektive/Partizipien auch Dativ
Beispiele
A) die Einstellung von Peter Meier als dem neuen Verantwortlichen für ...
B) die Einstellung von Peter Meier als neuer Verantwortlicher für ...
B) die Einstellung von Peter Meier als neuem Verantwortlichen für ... (selten)
C) die Einstellung von Peter Meier als Verantwortlicher für ...
C) die Einstellung von Peter Meier als Verantwortlichem für ...
A) die Einstellung von Susanne Müller als der neuen Verantwortlichen für ...
B) die Einstellung von Susanne Müller als neue Verantwortliche für ...
B) die Einstellung von Susanne Müller als neuer Verantwortlichen für ... (selten)
C) die Einstellung von Susanne Müller als Verantwortliche für ...
C) die Einstellung von Susanne Müller als Verantwortlicher für ...
Wenn es möglich ist, das Präpositionalattribut wegzulassen, kann sich die mit als eingeleitete Wortgruppe auch auf das davorstehende Nomen (hier im Nominativ) beziehen:
die Einstellung von Peter Meier als der neue Verantwortliche für ...
vgl. die Einstellung als der neue Verantwortliche für ...
die Einstellung von Susanne Müller als die neue Verantwortliche für ...
vgl. die Einstellung als die neue Verantwortliche für ...
Satzteilkonjunktion oder verkürzter Vergleichsatz mit als/wie
Manchmal wird die mit als oder wie in den Satz eingebundene Wortgruppe als verkürzter Vergleichssatz interpretiert. Sie steht dann im Nominativ (B). Standardsprachlich wird die Angleichung an das Bezugswort vorgezogen (A):
A) an einem Tag wie jedem anderen
B) an einem Tag wie jeder andere (vgl. an einem Tag[,] wie jeder andere [einer ist])
A) Es gibt nichts Erholsameres als einen kurzen Mittagsschlaf.
B) Es gibt nichts Erholsameres als ein kurzer Mittagsschlaf. (vgl. Es gibt nichts Erholsameres[,] als ein kurzer Mittagsschlaf [es ist].)
Von reflexivem Verb abhängiges als und wie
Wenn eine mit als oder wie eingeleitete nominale Wortgruppe von einem reflexiven oder reflexiv verwendeten Verb abhängig ist, steht sie in der Regel im Nominativ (Bezugswort ist das Subjekt):
Er spielt sich gern als der große Gönner auf.
Der Komponist empfand sich als ein Vertreter der Moderne.
Der Rottweiler hat sich als guter Wachhund bewährt.
Das Museum präsentiert sich als moderner und multimedialer Erlebnisraum.
Er führt sich wie ein Verrückter auf.
Ich fühlte mich wie der letzte Mensch auf Erden.
Der Außenminister gebärdet sich wie ein innenpolitischer Rebell.
Bei reflexiv verwendeten Verben (also nicht bei echten reflexiven Verben) kommt selten auch noch der Akkusativ vor (Bezugswort ist das Reflexivpronomen):
Er sieht sich als den Retter der Menschheit.
häufiger: Er sieht sich als der Retter der Menschheit.
Er stellt sich als guten, besorgten Vater hin.
häufiger: Er stellt sich als guter, besorgter Vater hin.
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