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Verschmelzung Präposition + Artikel: Gebrauch

 
 
Wenn die Formen dem, das, der und den des bestimmten Artikels unbetont sind, können sie mit gewissen Präpositionen verschmelzen.

am   an + dem
beim   bei + dem
fürs   für + das
zur   zu + der
übern   über + den

Welche Formen es gibt und welche von ihnen in der Standardsprache üblich sind ist unter Formen zu sehen.

Der Gebrauch der verschmolzenen Formen hängt von verschiedenen Kriterien ab.

Verschmelzung möglich
Verschmelzung obligatorisch 
Verschmelzung unmöglich


Verschmelzung möglich

Die Verschmelzung von Präposition und bestimmtem Artikel ist möglich, wenn der bestimmte Artikel unbetont ist.

Das Haus liegt am Hang.
Sie hat die Klingel
ans Fahrrad montiert.
Wir kaufen das Brot immer
beim Bäcker.
Sie wohnen im gleichen Dorf wie ihr.
Er flüsterte ihm etwas
ins Ohr.
der Traum
vom idealen Partner
Sie finden hier Literatur
zum Thema Reisen
Sie trafen einander auf dem Weg
zur Kirche.

In vielen Fällen kann neben der verschmolzenen Form auch die Präposition mit dem Artikel verwendet werden:

Sie hat die Klingel an das Fahrrad montiert.
Sie wohnen in dem gleichen Dorf wie ihr.
Er flüsterte ihm etwas
in das Ohr.
der Traum
von dem idealen Partner
Sie finden hier Literatur
zu dem Thema Reisen

Es ist schwierig, genaue Regeln aufzustellen, wann die verschmolzene und wann die getrennte Form Präposition + bestimmter Artikel gebraucht wird. Gewöhnlich wird die getrennte Form dann verwendet, wenn das Nomen etwas vorher Erwähntes oder durch weitere Angaben näher zu Bestimmendes bezeichnet. Die verschmolzene Form steht dann, wenn sich das Nomen allgemein und ohne Nachdruck auf etwas bezieht. Stilistische und satzrhythmische Gründe können die Wahl einer der beiden Formen ebenfalls beeinflussen.

Siehe auch unten Verschmelzung obligatorisch und Verschmelzung unmöglich.


Verschmelzung obligatorisch

Die Verschmelzung Präposition + bestimmter Artikel ist einigen Fällen obligatorisch.

NB: Die Verbindungen sind – wenn nicht anders erwähnt – nur mit den standardsprachlichen Verschmelzungen am, beim, im, vom, zum und zur obligatorisch. Bei den ebenfalls standardsprachlichen Verschmelzungen ans und ins sind oft auch die getrennten Formen an das und in das möglich. Für die nicht standardsprachlichen Verschmelzungen gilt, dass sie in der Standardsprache nicht üblich und in der Umgangssprache möglich aber nicht obligatorisch sind.

In sehr vielen festen Wendungen und Ausdrücken

ans Werk gehen, ans Licht bringen
am Boden liegen/sein/..., am Anfang
beim Wort nehmen, beim Alten bleiben
im Vertrauen, im Sinne von
ins Vertrauen ziehen
vom Regen in die Traufe, vom Feinsten/Besten/...
zum General befördern, zum ersten/zweiten/letzten Mal
zur See fahren, zur Verantwortung rufen

In festen Wendungen können auch sonst nur umgangssprachlich übliche Verschmelzungen obligatorisch sein:

aufs Land fahren
für jemanden
durchs Feuer gehen
fürs Erste
hinters Licht führen
jemanden
übers Ohr hauen
ums Leben kommen/bringen

Bei substantivierten Infinitiven

die Freude am Spielen
immer nur
ans Arbeiten denken
beim Putzen helfen
im Sterben liegen
ins Schleudern geraten
vom Segeln träumen
etwas
zum Lachen

Bei Superlativformen mit am:

am besten
am schönsten
am liebsten

Bei Eigennamen, die mit Artikel gebraucht werden

am Rhein
ans Mittelmeer fahren (seltener: an das Mittelmeer)
beim Matterhorn
im Schwarzwald
eine Reise
ins Burgund (seltener: in das Burgund)
vom Schwarzwald bis zum Bodensee
das Verhältnis
zur Schweiz

Datums- und andere Zeitangaben

am fünften Juni
vom ersten bis (zum) dritten Oktober
am Montag
im Juni
im Herbst
am gleichen Tag

Aber wenn betont:
An dem Montag hatten wir frei.


Verschmelzung unmöglich

In einigen Fällen ist die Verschmelzung der Präposition mit den bestimmten Artikel unmöglich:

Wenn der Artikel betont ist:

Der Artikel lässt sich durch das Pronomen dieser oder jener ersetzen.

Wir hatten ausgerechnet an dem Montag keine Zeit.
An das Ereignis erinnere ich mich noch sehr gut!
Bei dem Bäcker kaufen wir bestimmt kein Brot.
In das Kino würde er nie gehen.
Wir konnten ihn
in dem Zustand nicht alleine weggehen lassen.
Wir lassen uns
von dem Mann nichts vorschreiben.
Hat noch jemand etwas
zu dem Thema zu sagen?
Zu der Zeit war ich noch nicht bereit.

Wenn ein erläuternder Relativsatz folgt:

Der Artikel lässt sich durch das Pronomen derjenige ersetzen.

Sie trafen sich an dem Tag, den sie schon lange vorher vereinbart hatten.
Wir kaufen das Brot
bei dem Bäcker, der kürzlich seinen Laden renoviert hat.
Er wohnt
in dem Dorf, das man dort in der Ferne sieht.
Geht
zu der Frau, die dort drüben steht!







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