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Gebrauch des bestimmten Artikels

 
 
Der bestimmte Artikel der, die, das wird gewählt, wenn das vom Nomen Bezeichnete „bestimmt“ ist. Mit „bestimmt“ ist gemeint, dass das vom Nomen Bezeichnete sowohl dem Sprecher/Schreiber als auch dem Hörer/Leser bekannt ist, so dass beide es gleich identifizieren.

Im Prinzip steht ein Nomen für eine ganze Klasse von Wesen, Objekten, Zuständen, Handlungen usw. So sind zum Beispiel die Nomen Hund, Tisch, Müdigkeit, Wahl ohne Kontext nicht bestimmt. Sie bezeichnen eine ganze Klasse.

Wenn Nomen im Satzzusammenhang bestimmt sind, stehen sie im Allgemeinen mit dem bestimmten Artikel. Ein Nomen kann in verschiedener Weise bestimmt sein:

Bestimmung durch Einmaligkeit
Bestimmung durch Kontext
Bestimmung durch Vorinformation
Bestimmung durch Generalisierung
 
Der bestimmte Artikel in festen Wendungen 
Artikel bei Eigennamen

Formen des bestimmten Artikels siehe Flexion.


Bestimmung durch Einmaligkeit

Ein Nomen kann dadurch bestimmt sein, dass das von ihm Bezeichnete etwas Einzigartiges, nur einmal Vorkommendes ist. Diese Einmaligkeit kann „absolut“ oder relativ sein.

„Absolute“ Einmaligkeit:

Wenn ein Nomen etwas bezeichnet, das in der Erlebniswelt von Sprecher und Hörer nur einmal vorkommt, steht es mit dem bestimmten Artikel:

Der Eiger ist ein Berg in der Schweiz.
Der Mond dreht sich um die Erde.
Die Sonne steht hoch am (= an dem) Himmel.
Der Papst besucht Polen.
(Es gibt nur einen lebenden Papst, der Länder besuchen kann).

Relative Einmaligkeit:

Weit häufiger kommt relative Einmaligkeit vor. Sie ist ebenfalls durch den bestimmten Artikel gekennzeichnet. In den Sätzen

Die Apotheke ist neben der Kirche.
Wo ist der Bahnhof?

sind die Apotheke, die Kirche und der Bahnhof des betreffenden Ortes gemeint, in dem es wahrscheinlich nur eine Apotheke, eine Kirche und einen Bahnhof gibt.

Der Satz

Stell die Vase auf den Tisch!

wird in einer Umgebung geäußert, in der im Sprechmoment nur eine Vase und nur ein Tisch vorhanden sind.


Bestimmung durch Kontext (Satzzusammenhang)

Ein Nomen kann auch durch den Kontext, in dem es steht, bestimmt sein.

Bestimmung durch Vorerwähnung:

Der bestimmte Artikel steht bei einem Nomen, das im Text vorher eingeführt wurde. Es gilt deshalb nicht mehr als neu und unbestimmt, sondern als bekannt und bestimmt:

Ein Wagen hält an. [...] Der Wagen fährt wieder weg.
Dort stand ein Tisch. Auf
dem Tisch lag eine Zeitung. Die Zeitung war zerknittert.
Er hatte Milch gekauft. [...]
Die Milch war sauer.

(Vergleiche: Unbestimmter Artikel, Erstmalige Erwähnung im Kontext)

Vorerwähnung kann ein Nomen auch indirekt (implizit) bestimmen:

Dort ist ein Restaurant. Wo ist der Eingang?
Ein Wagen hält an.
Der Motor läuft noch.

Bestimmung durch ein Attribut:

Der bestimmte Artikel steht bei einem Nomen, wenn es durch ein Attribut eindeutig bestimmt wird. Zum Beispiel:

Relativsatz:
Der Mann, den ich gestern kennen gelernt habe, kommt auch aus Köln.
Die Milch, die er im Kühlschrank fand, war sauer.

Genitivattribut:
Die Tochter meiner Schwester geht jetzt in den Kindergarten.
Dort rennt
der Hund unserer Nachbarn.

Superlativ u.  Ä.
Der bestimmte Artikel steht bei einem Nomen, das durch einen Superlativ (u. Ä.) als einmalig charakterisiert wird:

Das ist das beste Restaurant in der ganzen Stadt.
Das ist
die einzige praktikable Lösung.

Bestimmung durch Betonung:

Mit dem betonten bestimmten Artikel kann einem Nomen der Charakter der Einmaligkeit gegeben werden:

Sie ist der Star dieser Saison.
Ihr Auftreten war
das Ereignis.


Bestimmung durch Vorinformation

Die Bestimmung durch Vorinformation ist der Bestimmung durch Vorerwähnung sehr ähnlich. Bei der Vorerwähnung erfolgt die Bestimmung im Kontext. Bei der Bestimmung durch Vorinformation wird vorausgesetzt, dass Sprecher und Hörer über die gleiche Information verfügen, ohne dass sie im Kontext erwähnt wurde.

Hat Johann die Prüfung bestanden?

Hier wird vorausgesetzt, dass Sprecher und Hörer wissen, dass Johann eine Prüfung absolvieren musste.


Bestimmung durch Generalisierung

Der bestimmte Artikel kann verwendet werden, wenn ein Nomen stellvertretend für eine ganze Klasse steht:

Die Tulpe ist eine Zwiebelpflanze.
Ohne Sorgerechtserklärung ist
die unverheiratete Mutter alleine sorgeberechtigt.

In diesen Fällen kann auch der unbestimmte Artikel oder der Plural ohne Artikel stehen:

Eine Tulpe ist eine Zwiebelpflanze.
Tulpen sind Zwiebelpflanzen.

In anderen Fällen ist dieser Ersatz des bestimmten Artikels nicht oder nur z.T. möglich:

Edison erfand die Glühbirne.
Der Sibirische Tiger ist vom Aussterben bedroht.





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