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Die Apposition
Der Beisatz |
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Eine Apposition ist eine besondere Art von Attribut zu einem Nomen. Sie besteht in der Regel aus einem Nomen oder einer Nomengruppe. Das Nomen der Apposition und das Nomen, das durch die Apposition näher bestimmt wird, stehen meistens im gleichen Kasus. Wir unterscheiden drei Arten von Appositionen:
Lockere Apposition
Lockere Appositionen haben die folgenden Merkmale:
- In der gesprochenen Sprache werden sie durch eine kurze Pause vom Rest des Satzes abgehoben. In der geschriebenen Sprache werden sie durch Kommas abgetrennt:
Frau Groesz, die Direktorin der Firma, sprach die einleitenden Worte.
- Sie stehen hinter dem Nomen, auf das sie sich beziehen.
- Sie stimmen im Kasus mit dem Nomen, auf das sie sich beziehen, überein (Kongruenz hinsichtlich des Kasus):
die einleitenden Worte Frau Hubers, der Direktorin der Firma
Sie lud uns an ihrem Geburtstag, einem Donnerstag, zum Essen ein.
Ausnahmen bei der Übereinstimmung im Kasus
Grundsätzlich stimmt die Apposition im Kasus mit ihrem Bezugswort überein. Dies gilt dann, wenn das Nomen der Apposition von einem Artikel (oder Artikelwort) begleitet wird:
Es sprach Herr Gruber, der Präsident des Vereins.
ein Brief an Herrn Gruber, den Präsidenten des Vereins
die Worte Herrn Grubers, des Präsidenten des Vereins
Das ist Roland , mein Bruder.
Kennst du Roland, meinen Bruder?
Es gehört Roland, meinem Bruder.
Wird das Nomen der Apposition von einem flektierten Adjektiv, aber nicht von einem Artikel oder Artikelwort begleitet, steht die Apposition meistens im Nominativ:
ein Brief an Herrn Morgenstern, stellvertretender Direktor die Worte Herrn Morgensterns, stellvertretender Direktor
selten:
ein Brief an Herrn Morgenstern, stellvertretenden Direktor
die Worte Herrn Morgensterns, stellvertretenden Direktors
Steht vor dem Nomen der Apposition kein flektiertes Wort, ist nur der Nominativ üblich:
ein Brief an Herrn Morgenstern, Direktor der Firma
die Worte Herrn Morgensterns, Direktor der Firma
Auch bei Datumsangaben wird der Kasus des Bezugswortes übernommen:
Heute ist Montag, der 8. September.
wir kommen Montag, den 8. September
bis Montag, den 8. September
zu Beginn des Montags, des 8. September(s)
Bei Angaben mit am und zum wird der Kasus (Dativ) ebenfalls übernommen. Die Datumsangabe kann aber auch im Akkusativ stehen:
am Montag, dem 8. September
auch: am Montag, den 8. September
bis zum Montag, dem 8. September
auch: bis zum Montag, den 8. September
Die Datumsangabe mit den ist dann keine Apposition, sondern eine reine Zeitangabe im Akkusativ.
Enge Appositionen
Enge Appositionen sind fester mit ihrem Bezugswort verbunden. In der geschriebenen Sprache stehen sie ohne Komma. Sie können je nach Art vor oder nach dem Bezugswort stehen und stimmen im Kasus nur zum Teil mit dem Bezugswort überein.
| Apposition = Vorname |
Vornamen stehen gewöhnlich vor dem Bezugswort (Familienname oder zweiter Vorname):
Heinrich Schiller
Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian
Der Vorname wird nicht flektiert, d.h. nur der letzte Name wird flektiert:
Heinrich Schillers Werke
Johann Sebastian Bachs Kompositionen
Johann Sebastians Frau
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| Apposition = Verwandtschaftsbezeichnungen, Berufsbezeichnungen, Anredeformen, Titel |
Verwandtschaftsbezeichnungen, Berufsbezeichnungen, Anredeformen, Titel u. Ä. stehen vor dem Bezugswort.
Onkel Anton
Malermeister Hugentobler
Professor Morgenstern
Fräulein Ruprecht
Das Bezugswort ist ein Personenname, der flektiert wird. Die Apposition wird nicht flektiert:
Onkel Antons Gemüsegarten
Malermeister Hugentoblers Geschäft
Professor Morgensterns Vorlesung
Fräulein Emilie Ruprechts Lieblingsneffe
Ausnahme: Die Anredeform Herr muss auch als Apposition flektiert werden:
für Herrn Müller
Ich habe es Herrn Müller gegeben.
Herrn Albert Müllers Kinder
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| Apposition = Personenname |
Personnenamen als Apposition stehen hinter dem Bezugswort.
mein Onkel Anton
die Krimiautorin Donna Leon
dieser Herr Müller
Sie werden nicht flektiert:
der Gemüsegarten meines Onkels Anton
der neueste Roman der Krimiautorin Donna Leon
die Kinder dieses Herrn Müller
Ob ein Personenname Apposition oder wie oben Bezugswort ist, hängt davon ab, ob ein Artikel(wort) verwendet wird. Wenn Verwandtschaftsbezeichnungen, Berufsbezeichnungen, Anredeformen oder Titel mit Artikelwort stehen, ist der Titel usw. Bezugswort und der Personenname Apposition.
der Gemüsegarten meines Onkels Anton
Stehen Verwandtschaftsbezeichnungen usw. ohne Artikelwort (Onkel Anton), ist der Personenname Bezugswort und der Titel usw. Apposition
Onkel Antons Gemüsegarten
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| Apposition = Erweiterung von Herrschernamen u. Ä. |
Die Apposition steht hinter dem Bezugswort und stimmt im Kasus mit ihm überein:
| Elisabeth die Zweite |
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Iwan der Schreckliche |
| mit Elisabeth der Zweiten |
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ohne Iwan den Schrecklichen |
| das Leben Elisabeths der Zweiten |
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das Leben Iwans des Schrecklichen |
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| Apposition = andere Eigennamen (geographische Namen und Sachnamen) |
Die Apposition steht hinter dem Bezugswort:
die Stadt Frankfurt
der Kanton Aargau
der Roman Das Parfüm
Die Apposition wird nicht flektiert:
im Zentrum der Stadt Frankfurt
die Regierung des Kantons Aargau
der Autor des Romans Das Parfüm
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Partitive Apposition (Maß- und Mengenangaben)
Nach einer Maßangabe oder einer Mengenangabe folgt das Gemessene meist als Apposition:
ein Pfund geröstete Haselnüsse
Selten kommt im Plural noch der partitive Genitiv vor:
ein Pfund gerösteter Haselnüsse
Die Apposition hat grundsätzlich den gleichen Kasus wie die Maß- oder Mengeneinheit:
mit einem Pfund gerösteten Haselnüssen
Sie kann aber auch ohne Kasusangleichung im Nominativ stehen:
mit einem Pfund geröstete Haselnüsse
Welche dieser drei Varianten (Apposition mit Kasusangleichung, Apposition ohne Kasusangleichung, partitiver Genitiv) möglich ist, hängt von der Form des Gemessenen ab:
| Gemessenes im Singular, von flektiertem Adjektiv begleitet |
Wenn das Gemessene im Singular steht und von einem flektierten Adjektiv begleitet wird, wählt man die Apposition mit Kasusangleichung:
ein Glas französischer Wein
für ein Glas französischen Wein
mit einem Glas französischem Wein
wegen eines Glases französischen Weines.
Der partitive Genitiv gilt als veraltet: ein Glas französischen Weines
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| Gemessenes im Singular, nicht von flektiertem Adjektiv begleitet: |
Wenn das Gemessene im Singular steht, aber von keinem flektierten Adjektiv begleitet wird, steht die Apposition ohne Kasusangleichung:
ein Glas Wein
für ein Glas Wein
mit einem Glas Wein
wegen eines Glases Wein.
Der Partitive Genitiv oder die Apposition mit Kasusangleichung kommen nicht vor:
NICHT: ein Glas Weins
NICHT: wegen eines Glases Weins
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| Gemessenes im Plural |
Wenn das Gemessene im Plural steht, wird normalerweise die Apposition mit Kasusangleichung gewählt:
| ein Pfund geröstete Haselnüsse |
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ein Pfund Haselnüsse |
| für ein Pfund geröstete Haselnüsse |
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für ein Pfund Haselnüsse |
| mit einem Pfund gerösteten Haselnüssen |
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mit einem Pfund Haselnüssen |
| wegen eines Pfundes gerösteter Haselnüsse |
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wegen eines Pfundes Haselnüsse. |
Immer häufiger wird auch die Apposition ohne Kasusangleichung verwendet. Dies ist nur im Dativ und Genitiv resp. nur im Dativ ersichtlich:
| ein Pfund geröstete Haselnüsse |
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ein Pfund Haselnüsse |
| für ein Pfund geröstete Haselnüsse |
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für ein Pfund Haselnüsse |
| mit einem Pfund geröstete Haselnüsse |
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mit einem Pfund Haselnüsse |
| wegen eines Pfundes geröstete Haselnüsse |
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wegen eines Pfundes Haselnüsse. |
Selten wird auch noch der partitive Genitiv verwendet. Dies ist nur dann ersichtlich, wenn das Gemessene von einem flektierten Adjektiv begleitet wird:
| ein Pfund gerösteter Haselnüsse |
| für ein Pfund gerösteter Haselnüsse |
| mit einem Pfund gerösteter Haselnüsse |
| wegen eines Pfundes gerösteter Haselnüsse |
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