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Die Infinitivkonstruktion
Der Infinitivsatz |
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Infinitivkonstruktionen (oder Infinitivsätze) sind keine eigentlichen Nebensätze. Anstelle einer finiten Verbform haben sie einen Infinitiv mit zu. Sie erfüllen aber die gleiche Funktion wie Nebensätze und bilden zusammen mit einem Hauptsatz ein Satzgefüge (siehe Unterordnung von Teilsätzen).
Infinitivkonstruktion und NebensatzDie Infinitivkonstruktionen haben mit den Nebensätzen gemeinsam, dass ihr Infinitiv durch die gleichen Satzglieder (Objekte und Adverbialbestimmungen) erweitert werden kann oder muss wie das finite Verb des Nebensatzes:
| Es freut uns, |
dass wir euch hier ganz unerwartet treffen. |
| Es freut uns, |
euch hier ganz unwerwartet zu treffen. |
| Sie hat mir geraten, |
dass ich mich nicht über den Fehler aufrege. |
| Sie hat mir geraten, |
mich nicht über den Fehler aufzuregen. |
| Er packte das Geschenk, |
ohne dass er sich beim Großvater dafür bedankte. |
| Er packte das Geschenk, |
ohne sich beim Großvater dafür zu bedanken. |
Die Infinitivkonstruktionen unterscheiden sich unter anderem dadurch von den Nebensätzen, dass sie kein Subjekt haben. Das zum Infinitiv gehörende Subjekt kann aber immer aus dem Hauptsatz abgeleitet werden. Es ist in der Regel identisch mit dem Subjekt oder dem Dativ- oder Akkusativobjekt des Hauptsatzes:
Er ist zufrieden, die Arbeit schon erledigt zu haben.
= Er ist zufrieden, dass er die Arbeit schon erledigt hat.
Sie hat mir geraten, mich nicht über den Fehler aufzuregen.
= Sie hat mir geraten, dass ich mich nicht über den Fehler aufrege.
Er bittet mich, ihm zu helfen.
(= Er bittet mich, dass ich ihm helfe.)
Bei unpersönlichen Wendungen ohne Dativ- oder Akkusativobjekt ist das Subjekt des Infinitivs das unpersönliche man:
Es ist möglich, eine Nachricht zu hinterlassen. = Es ist möglich, dass man eine Nachricht hinterlässt.
Form und FunktionEine Infinitivkonstruktion kann Subjektsatz, Objektsatz oder Adverbialsatz sein, das heißt, sie übernimmt im Hauptsatz die Rolle des Subjektes, des Objektes oder einer Adverbialbestimmung. Die Form der Infinitivkonstruktion ist je nach Funktion unterschiedlich:
| Uneingeleitet: Subjektsatz und Objektsatz |
Wenn die Infinitivkonstruktion Subjektsatz oder Objektsatz ist, ist sie uneingeleitet, d. h., es steht kein Einleitewort.
Der Infinitiv steht mit zu an letzter Stelle. Die Infinitivkonstruktion hat also die Wortstellung eines Spannsatzes.
Eine uneingeleitete Infinitivkonstruktion kann oft aber nicht immer durch einen Nebensatz mit dass ersetzt werden:
Euch hier zu treffen, freut uns. = Dass wir euch hier treffen, freut uns.
Die Eltern erlaubten ihm, ein Eis zu kaufen.
= Die Eltern erlaubten ihm, dass er ein Eis kauft.
Sie sind froh (darüber), den Streit endlich beigelegt zu haben.
= Sie sind froh (darüber), dass sie den Streit endlich beigelegt haben.
Es würde mich freuen, euch zu sehen.
Nicht: Es würde mich freuen, dass ich euch sehe.
Sondern: Es würde mich freuen, wenn ich euch sehen würde.
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| Eingeleitet: Adverbialsatz |
Wenn eine Infinitivkonstruktion Adverbialsatz ist, wird sie durch eine Infinitivkonjunktion wie anstatt...zu, ohne...zu und um...zu eingeleitet.
Der Infinitiv steht an letzter Stelle. Die Infinitivkonstruktion hat also die Wortstellung eines Spannsatzes.
Eine eingeleitete Infinitivkonstruktion kann in der Regel durch einen Nebensatz mit anstatt dass, ohne dass oder damit ersetzt werden:
Sie verließen das Geschäft, ohne etwas gekauft zu haben = Sie verließen das Geschäft, ohne dass Sie etwas gekauft hatten.
Wir fuhren nach München, um unsere Freunde zu besuchen.
(= Wir fuhren nach München, damit wir unsere Freunde besuchen).
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