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Das Pronomen es

 
Das Pronomen es hat im Satz verschiedene Funktionen, die hier zusammengefasst dargestellt werden:

Fürwort Wo ist das Papier? Es liegt in der Schublade.
Ihre Mutter ist Ärztin, und sie wird
es auch.
Stellvertreter für
Nebensatz (Korrelat)
Es freut mich, dass ihr gewonnen habt.
Wir bedauern
es, Sie enttäuschen zu müssen.
Platzhalter-es Es steht ein Schrank im Gang.
Es wurden viele Exemplare gestohlen.
Bei Gleichsetzung
mit sein
Es war mein Vater.
Es sind zwei Bälle.
Formales Subjekt bei
unpersönlichen Verben
 
Es regnet.
Es handelt sich um ein Missverständnis.
Formales Objekt Sie hat es weit gebracht.
Wir meinen
es gut mit euch.


es als Fürwort

Das Personalpronomen es steht stellvertretend:

für ein sächliches Nomen im Singular als Subjekt oder Akkusativobjekt
Wo ist das Telefon? Es steht auf dem Tisch.
Kauf dieses Hemd!
Es wird ihm bestimmt gefallen. Kauf es!

für ein Nomen oder ein Adjektiv als Prädikativ (mit sein, werden usw.)
Als Prädikativ kann es sich auch auf nicht sächliche, nicht im Singular stehende Nomen oder auf ein Adjektiv beziehen. Das Verb richtet sich nach dem Subjekt, nicht nach es:

Sie ist Ärztin und ihre Tochter wird es auch.
Sie ist Ärztin und ihre Töchter wollen
es auch werden.
Ihr seid sicher erschöpft. Wir sind
es auch.

für ein Nomen als Subjekt in einem Gleichsetzungsatz (mit sein)
In einem Gleichsetzungssatz (mit sein) kann es sich auch auf nicht sächliche, nicht im Singular stehende Nomen beziehen. Das Verb richtet sich nach dem Prädikativ, nicht nach es:

Was ist das? Es ist eine moderne Designlampe.
Drei Männer betraten das Lokal.
Es waren Polizisten.

für einen Infinitiv oder einen ganzen Satz
Ich rauche nicht mehr. Ich habe es (= das Rauchen) aufgegeben
Hat er dich ausgescholten? Du wirst
es wohl verdient haben.

Fürwort es nicht weglassbar

Wenn es als Fürwort verwendet wird, kann es nicht weggelassen werden:

Wo ist das Papier? Es liegt in der Schublade
NICHT: Liegt in der Schublade.
NICHT: In der Schublade liegt.

Akkusativobjekt und Prädikativ es nicht an erster Stelle im Satz

Wenn es als Akkusativobjekt oder als Prädikativ verwendet wird, kann es im Satz nicht an erster Stelle stehen:

Das ist ein schönes Hemd – Ich habe es gestern gekauft.
NICHT: Es habe ich gestern gekauft.
Ich rauche nicht mehr. – Ich habe es aufgegeben. oder Das habe ich aufgegeben.
NICHT: Es habe ich aufgegeben
Ihr seid erschöpft. – Wir sind es auch. oder Das sind wir auch.
NICHT: Es sind wir auch.

Präposition + es

Das Pronomen es kann standardsprachlich nicht nach einer Präposition stehen. Die Verwendung der Verbindung Präposition+es gilt als umgangssprachlich. Wenn es nicht für eine Person oder ein Tier steht, wird anstelle der Verbindung Präposition+es das entsprechende Pronominaladverb verwendet:

Das ist mein Haus. Ich bin sehr stolz darauf (statt: auf es).
Er hat ein Problem, aber er spricht nicht gern
darüber (statt: über es).

Wenn das entsprechende Pronominaladverb nicht existiert, sollte auf eine Wiederholung oder Umschreibung ausgewichen werden. Zum Beispiel:

Sein Mobiltelefon ist ihm sehr wichtig. Er geht nie ohne das Telefon/ohne diesen Apparat aus dem Haus (statt: ohne es).

Wenn es sich auf eine Person oder ein Tier bezieht, sollte ebenfalls auf eine Wiederholung oder Umschreibung ausgewichen werden. Zum Beispiel:

Er zeigte ein Foto seines Kindes. Er ist sehr stolz auf das Kind/auf seine Tochter/auf seinen Sohn (statt: auf es).
Wenn du ein Meerschweinchen haben willst, musst du auch Futter für das Tier kaufen
(statt: für es).


es als Stellverterter für Nebensatz oder Infinitivkonstruktion (Korrelat)

Das Pronomen es kann auch als Stellvertreter für einen Nebensatz oder eine Infinitivkonstruktion stehen. Es kann dabei die Rolle des Subjekts oder des Akkusativobjekts übernehmen:

als Subjekt (siehe Subjektsatz)
Es freut uns, dass unsere Mannschaft gewonnen hat.
Es fällt mir schwer, ihm seine Lügen zu verzeihen.
Es ist erstaunlich, dass ihr gekommen seid.

Wenn es im Satz an erster Stelle steht, ist es obligatorisch.

NICHT: Freut uns, dass unsere Mannschaft gewonnen hat.
NICHT: Fällt mir schwer, ihm seine Lügen zu verzeihen.
NICHT: Ist erstaunlich, dass ihr gekommen seid.

Wenn ein anderes Wort an erster Stelle steht, erscheint es im Satzinnern (oft fakultativ):

Natürlich freut (es) uns, dass unsere Mannschaft gewonnen hat.
Mir fällt
es schwer, ihm seine Lügen zu verzeihen.
Erstaunlich ist (
es), dass ihr gekommen seid.

Wenn der Nebensatz oder die Infinitivkonstruktion an erster Stelle steht, fällt es weg. Fakultativ kann das eingefügt werden.

Dass unsere Mannschaft gewonnen hat, (das) freut uns sehr.
Ihm seine Lügen zu verzeihen, (das) fällt mir schwer.
Dass ihr gekommen seid, (das) ist erstaunlich.

als Akkusativobjekt (siehe Objektsatz)
Wenn es als Akkusativobjekt einen Nebensatz vertritt, steht es im Satzinnern. Es kann meistens weggelassen werden:

Wir bedauern (es), dass das Restaurant geschlossen ist.
Wir bedauern (
es) sehr, sie enttäuschen zu müssen.
Er begreift (
es) nicht, dass sie ihn verlassen hat.

Es kann nicht an erster Stelle stehen:

NICHT: Es begreift er nicht, dass sie ihn verlassen hat.

Wenn der Nebensatz oder die Infinitivkonstruktion an erster Stelle steht, fällt es weg. Fakultativ kann das eingefügt werden

Dass das Restaurant geschlossen ist, (das) bedauern wir sehr.
Sie enttäuschen zu müssen, (
das) bedauern wir sehr.
Dass sie ihn verlassen hat, (
das) begreift er nicht.

nicht als Präpositionalobjekt
es kann nicht als Präpositionalobjekt erscheinen. Anstelle der Fügung Präposition + es wird ein Pronominaladverb verwenden:

Ich freue mich darüber (nicht über es), dass ihr gekommen seid.
Denk
daran (nicht an es), die Pflanzen zu bewässern!

Siehe Pronominaladverbien.


Platzhalter-es im Vorfeld

Das Pronomen es kann an erster Stelle im Satz stehen, wenn kein anderes Satzglied diese Stellung im Vorfeld einnimmt:

Es steht ein Schrank im Gang.
Es wartet jemand auf Sie.
Es strahlten die Sterne am Himmel.  

Das Verb richtet sich nicht nach es, sondern nach dem Subjekt des Satzes:

Es steht ein Schrank im Gang.
Es
stehen Schränke im Gang.

Das Pronomen kann durch ein anderes Satzglied ersetzt werden:

Ein Schrank steht im Gang.
Jemand wartet auf Sie
Am Himmel strahlten die Sterne.


Das Platzhalter-es kommt auch bei Sätzen im Vorgangspassiv im Vorfeld vor:

Es wurden viele Exemplare gestohlen.
Es wird den Schülern geholfen
Es wurde getanzt und gesungen.

Wenn ein anderes Satzglied an erster Stelle steht, fällt das es weg:

Viele Exemplare wurden gestohlen.
Den Schülern wird geholfen.
Von den Leuten wurde getanzt und gesungen.


Vergleiche Umformung Aktiv zu Passiv.


es bei Gleichsetzung mit sein

Das Pronomen es kann sich in einem Gleichsetzungsatz (in der Regel mit sein) als unpersönliches Subjekt (oder Prädikativ) auch auf nicht sächliche, nicht im Singular stehende Nomen beziehen:
 
Jemand kam hinein. Es war mein Vater.
Meine Mutter war
es, die hereinkam.
Ich holte die Gegenstände aus der Schachtel.
Es waren zwei Bälle.
Zwei Personen saßen am Tisch. Es schienen Gendarmen zu sein.

Das Verb richtet sich nicht nach es, sondern nach dem Bezugswort.

Es war meine Mutter.
Es
waren meine Eltern.

In dieser Funktion kann es nicht weggelassen werden. Es kann häufig durch das stärkere das ersetzt werden, welches in ähnlicher Weise verwendet wird.


es als formales Subjekt bei unpersönlichen Verben

Das Pronomen es steht als rein formales, d. h. bedeutungsloses Subjekt bei unpersönlichen und unpersönlich verwendeten Verben. Es kann in der Regel nicht weggelassen oder ersetzt werden:

Es regnet stark.
Stark regnet
es.
Es schneit schon den ganzen Tag
Den ganzen Tag schon schneit
es.
Es handelt sich um ein Missverständnis.
Handelt
es sich um ein Missverständnis?
Wie geht
es dir? Mir geht es gut.

Siehe unpersönliche Verben.


es als formales Objekt

In festen Wendungen kann es als formales Akkusativobjekt auftreten:

Lass es dir gutgehen!
Wir hatten
es eilig.
Sie haben
es im Leben sehr weit gebracht.

Weitere Verbkonstruktionen sind zum Beispiel:

es jemandem angetan haben  =  jemandem gefallen
es auf etwas abgesehen haben  =  etwas wollen, sich etwas wünschen
etwas hat es in sich  =  etwas hat eine verborgene, unerwartete Eigenschaft
es gut mit jemandem meinen  =  jemandem gut gesinnt sein







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