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Reflexivpronomen
Rückbezügliche Fürwörter

 
Das Reflexivpronomen bezieht sich „zurück“ auf das Subjekt des Satzes. Das mit einem Reflexivpronomen Bezeichnete ist identisch mit dem Subjekt.

Bei den „echten“ reflexiven Verben ist das Reflexivpronomen eine nicht weglassbare aber meist bedeutungslose Ergänzung des Verbs (Er schämt sich). Bei den reflexiv verwendeten Verben gibt das Reflexivpronomen an, dass das Objekt des Satzes mit dem Subjekt des Satzes identisch ist (Er wäscht sich).

Formen (Flexion)
Funktion
Bezug
Verwendung als Reziprokpronomen


Formen (Flexion)

Bei den Formen des Reflexivpronomens unterscheiden wir nach Person, Numerus und Kasus. Das eigentliche Reflexivpronomen sich gibt es nur im Akkusativ und Dativ der dritten Person. In der 1. und 2. Person sowie im Genitiv der 3. Person stimmen die Formen mit den Formen des Personalpronomens überein. Die Reflexivpronomen stehen nicht im Nominativ.

1. Person 2. Person
3. Person
1. Person 2. Person 3. Person
Maskulin Feminin Neutrum
Nominativ
-
-
-
-
-
-
-
-
Akkusativ mich dich sich sich sich uns euch sich
Dativ mir dir sich sich sich uns euch sich
Genitiv meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer

Beispiele:

Ich schäme mich sehr.
Er hat
sich verletzt.
Du solltest
dir nicht so viele Sorgen machen.
Sie hat
sich diese Kenntnisse schnell angeeignet.
Sie war
sich ihrer (selbst) sehr sicher.
Ihr seid
euer (selbst) nicht mehr mächtig.
Das haben wir immer bei
uns.
Er/sie/es denkt nur an
sich.

Der Kasus richtet sich nach der Rolle des Pronomens im Satz. Reflexivpronomen können die Rolle aller Arten von Objekten übernehmen: Numerus und Person richten sich nach Numerus und Person des Subjekts. Sie sind identisch:

Ich schäme mich.
Du schämst dich.
Er schämt sich.
Sie schämt sich.
usw.

Siehe auch Flexion der reflexiven Verben.


Funktion

Bei den „echten“ reflexiven Verben ist das Reflexivpronomen eine nicht weglassbare aber meist bedeutungslose Ergänzung des Verbs (Er schämt sich).

Bei den reflexiv verwendeten Verben gibt das Reflexivpronomen an, dass das Objekt des Satzes mit dem Subjekt des Satzes identisch ist (Er wäscht sich). Wenn das Objekt mit dem Subjekt identisch ist, ist die Verwendung der Reflexivpronomen obligatorisch.

Der Mann wäscht sich.
Nicht: Der Mann wäscht den Mann.
Nicht: Der Mann wäscht ihn.

(Diese beiden Sätze sind nur dann korrekt, wenn den Mann resp. ihn nicht identisch ist mit der Mann; also zum Beispiel: Der Mann wäscht den Wagen – Der Mann wäscht ihn).

Sonst haben die Reflexivpronomen im Satz grundsätzlich die gleiche Funktion wie die Personalpronomen. Sie beziehen sich auf den Sprecher (1. Person), den Angesprochenen (2. Person) oder den oder das Besprochene (3. Person). Siehe Funktion der Personalpronomen). Sie werden oft als eine besondere Art Personalpronomen bezeichnet.

Im Satz können sie Akkusativobjekt, Dativobjekt, Genitivobjekt oder Präpositionalobjekt sein. Beispiele siehe oben.


Bezug

Im Allgemeinen bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt des Satzes. Subjekt und Objekt sind identisch. In einigen Fällen wird von dieser „Grundregel“ abgewichen:

Bei erweiterten Infinitiven und Partizipien
Bezug auf possessives Attribut
Bezug auf Akkusativ- oder Dativobjekt

Reflexivpronomen bei erweiterten Infinitiven und erweiterten Partizipien

Im Allgemeinen bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt des Satzes. Subjekt und Objekt sind identisch. Bei erweiterten Infinitiven und erweiterten Partizipien wird von dieser Grundregel (scheinbar) abgewichen.

Erweiterte Infinitive (Infinitivkonstruktionen) und erweiterte Partizipien (Partizipgruppen) können zu einem Hauptsatz umgeformt werden. Bei erweitertene Infinitiven und Partizipien wählt man das gleiche Reflexivpronomen wie im Hauptsatz, in den sie umgeformt werden können.

Satz mit erweitertem Partizip Satz mit erweitertem Infinitiv zu Hauptsatz umgeformter Teilsatz
Er hütet das sich ärgernde Kind. Er bittet das Kind, sich nicht zu ärgern. Das Kind ärgert sich (nicht).
Er hütet das ihn ärgernde Kind Er bittet das Kind, ihn nicht zu ärgern. Das Kind ärgert ihn (nicht).

Das hat zur Folge, dass bei erweiterten Infinitiven und Partizipien das Reflexivpronomen sich nicht auf das Subjekt des Satzes, sondern auf das zum Infinitiv oder Partizip gehörende Subjekt bezieht. Wenn das Pronomen sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes bezieht und dieses nicht mit dem zum Infinitiv oder Partizip gehörenden Subjekt identisch ist, muss ein Personalpronomen gewählt werden.

Im Allgemeinen gilt für die Verwendung von Reflexivpronomen bei erweiterten Infinitiven und Partizipien:

Verben, die einen Akkusativ mit Infinitiv fordern (sehen, hören, fühlen, lassen usw.)
Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt des Infinitivs:

Ich höre ihn sich duschen. Er duscht sich.
Er lässt die Kinder sich ankleiden. Die Kinder kleiden sich an.

Das Personalpronomen hingegen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:

Sie sah ihren Mann ihr zuwinken. Ihr Mann winkte ihr zu.
Er hörte das Publikum ihn auslachen. Das Publikum lachte ihn aus.

Ausnahme: Dies gilt nicht für das Reflexivpronomen nach einer Präposition. Es kann sich sowohl auf das Subjekt des Gesamtsatzes als auch auf das Subjekt des Infinitivs beziehen. Welche Beziehung gilt, bestimmt der Satzzusammenhang:

Sie ließ ihn auf sich warten Er wartete auf sie.
(Unwahrscheinlich: Er wartet auf sich)
Er hörte das Publikum über sich lachen. Das Publikum lachte über sich.
Das Publikum lachte über ihn.

Bei Undeutlichkeit wählt man am besten eine Umschreibung statt der Infinitivkonstruktion:

Er hörte, wie das Publikum über ihn lachte.
Erweiterte Infinitive
Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt des Infinitivs:

Er bat sie, sich nicht zu ärgern. Sie ärgert sich nicht.
Sie verbietet dem Kind, sich zu kratzen. Das Kind kratzt sich.

Das Personalpronomen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:

Er bat sie, ihn nicht mehr zu ärgern. Sie ärgert ihn nicht mehr.
Sie verbietet dem Kind, sie zu kratzen. Das Kind kratzt sie.
Erweiterte Partizipien
Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das zum Partizip gehörende Subjekt:

Er heitert das sich langweilende Publikum auf. Das Publikum langweilt sich.

Das Personalpronomen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:

Er bricht das ihn langweilende Gespräch ab. Das Gespräch langweilt ihn.

Reflexivpronomen bei possessiven Attributen

Innerhalb einer Nomengruppe kann sich das Reflexivpronomen auch auf ein Genitivattribut oder eine Ersatzform (von + Nomengruppe, Possessivpronomen) beziehen:

Eduard Meisters Ärger über sich selbst war groß.
Der Ärger von Eduard Meister über sich selbst war groß.

Sein Ärger über sich selbst war groß.


Reflexivpronomen mit Bezug auf ein Akkusativ- oder Dativobjekt

Selten bezieht das Reflexivpronomen sich auf einen Akkusativ oder einen Dativ:

Wir können die Gäste nicht sich selbst überlassen. (Siehe auch oben)
Die Therapeutin verhalf ihm zu sich selbst zurück.


Reflexivpronomen als Reziprokpronomen

Die Reflexivpronomen des Plurals werden auch als Reziprokpronomen verwendet:

Wir gaben uns die Hand. = Wir gaben einander die Hand.
Ihr habt euch gestern getroffen. = Ihr habt einander gestern getroffen.
Sie begrüßten sich höflich. = Sie begrüßten einander höflich.

Für mehr Informationen siehe Reziproke Verben.







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