Falsche E-Mail-Adressen

Einige von Ihnen haben bei Fragen im Kontaktformular eine falsche E-Mail-Adresse angegeben. Falls Sie sich wundern, weshalb ich nicht antworte, liegt es wahrscheinlich daran. Es geht um:

Nina (Frage zur Kommasetzung)
Tham (Frage zu den Fungenelementen)
Jiri (Frage zu “wird stattfinden werden”)
H. Maier (Frage zum Plural von Bier und Kilo)
efgiju (Frage zu “ongaschiert”)
Dörte (Frage zu “Wellness”)

Wenn Sie noch an einer Antwort interessiert sind, schicken Sie doch einfach Ihre richtige E-Mail-Adresse an canoonet@canoo.com oder geben Sie sie über das Kontaktformular an. Ihre Frage habe ich noch und die Antwort ist auch schon formuliert!

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Liebe Freundinnen und Freunde

Frage

Kann man anstatt Liebe Freundinnen und Freunde kürzer Liebe FreundInnen (mit großem I) schreiben? Die gleiche Frage stellt sich auch für RätInnen, GenossInnen usw.

Antwort

Sehr geehrter Herr R.,

nach der amtlichen Rechtschreibung ist diese Verwendung eines Großbuchstabens im Wortinnern nicht vorgesehen. Es gibt aber verschiedene Alternativen, wie man Frauen und Männer in einem Ausdruck erwähnen kann. Am besten finde ich, wenn möglich nicht abzukürzen:

Liebe Genossinnen und Genossen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesucht
die Rätinnen und Räte
Freundinnen und Freunde

Wenn Sie zum Beispiel aus Platzgründen abkürzen müssen oder wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Schrägstrich

    Liebe Genossinnen/Genossen
    Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen gesucht
    die Rätinnen/Räte
    Freundinnen/Freunde

  • Schrägstrich und Ergänzungsstrich

    Mitarbeiter/-innen gesucht
    250 Schüler/-innen

    Diese Schreibweise sollte nur dann verwendet werden, wenn das erste Wort keine Endung hat. Also besser nicht:

    Räte/-innen
    Freunde/-innen

  • Klammern

    Liebe Genoss(inn)en
    Mitarbeiter(innen) gesucht

    Diese Schreibweise verwenden Sie der Lesbarkeit zuliebe besser nicht, wenn die Wörter unterschiedliche Endungen haben. Also besser nicht:

    Rät(inn)e(n)
    Freund(inn)e(n)

  • Großes I im Wortinnern
    Diese Variante ist, wie bereits gesagt, offiziell nicht anerkannt. Sie sollte vor allem dann nicht verwendet werden, wenn die Wörter wie z.B. Freund-e und Freundinn-en unterschiedliche Endungen haben.

    Liebe GenossInnen
    MitarbeiterInnen gesucht

Bei Freundinnen und Freunde gibt es also nur eine gute Möglichkeit, abzukürzen:

   Liebe Freundinnen/Freunde

Eine Anrede wie Liebe Freundinnen und Freunde würde ich persönlich aber immer ausschreiben. Das sieht irgendwie viel höflicher, netter oder respektvoller aus. Und wenn man sieht, wie kompliziert das Abkürzen sein kann, ist Ausschreiben ohnehin zu empfehlen …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Canoo.net für unterwegs!

Wenn Sie nie mehr auf direkten Zugang zu unseren Wörterbüchern auf Canoo.net verzichten wollen und stolzer Besitzer oder stolze Besitzerin eines iPhones oder eines iPod Touch sind, gibt es interessante Nachrichten:

Ab sofort gibt es Canoo.net für das iPhone und den iPod Touch. Sie haben damit Zugriff auf die Rechtschreibangaben und die Wortformen der über 250.000 Einträge in Canoo.net! Zusätzlich können Sie auch die Einträge in Wikipedia sowie in den Übersetzungswörterbüchern von LEO (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch) aufrufen. Dies alles wird schnell und in an die kleinen Bildschirmchen angepasster Form präsentiert.

Wollen Sie nie mehr auf Canoo.net verzichten und zusätzlich überall Wikipedia und Übersetzungsinformationen abrufen können? Das entsprechende Angebot im iTunes Store finden Sie hier.

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zum einen - zum anderen

Frage

Schreibt man die Wendung zum einen – zum anderen jeweils klein oder gilt nach der neuen Rechtschreibung zum Einen – zum Anderen?

Antwort

Sehr geehrte Frau K.,

die Pronomen eine und andere werden im Prinzip immer kleingeschrieben. Nach der Reform darf man sie aber neu auch großschreiben, wenn damit unterstrichen werden soll, dass es sich um Substantive handelt.

Der Ausdruck, um den es hier geht, bedeutet etwas Ähnliches wie einerseit – andererseits. Ich empfehle deshalb, einen und anderen kleinzuschreiben:

Damit soll zum einen die Wettbewerbsfähigkeit erhöht, zum anderen die Entwicklung neuer Technologien gefördert werden.

Die Möglichkeit der Großschreibung ist eher für Fälle wie den folgenden vorgesehen:

Er erzählt niemanden die gleiche Geschichte. Zum Einen sagt er dies, zum Anderen wieder das.

Aber auch hier ist die Kleinschreibung korrekt:

Er erzählt niemanden die gleiche Geschichte. Zum einen sagt er dies, zum anderen wieder das.

Nur in der Wendung sein Ein und Alles muss immer großgeschrieben werden. Sehen Sie hierzu auch die Angaben zur Rechtschreibung von andere und eine.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Schnorcheln klingt, wie wenn man es nicht kann.

Der Urlaub war schön: Sonne, Wärme, Strand, schwimmen und – wie sich das für tropische Gewässer gehört – schnorcheln. Dabei habe ich viele bunte Fische und sogar einige Muränen, zwei kleine Seeschildkröten und einen Rochen gesehen. Letzterer war zum Glück kein Riesenexemplar, so dass ich bei seinem Anblick nur mäßig erschrocken bin. Ich tauge eben doch mehr zum Schreibtischtäter als zum Unterwasserhelden.

Über den Unterwasserhelden, der ich nicht bin, kommen wir langsam zu einem eher sprachlichen Thema. Das Word schnorcheln klingt nämlich ganz wie jemand, der nicht schnorcheln kann. Nehmen Sie einmal an, dass Sie beim Schnorcheln Salzwasser in Mund und/oder Nase gekriegt haben, und stellen Sie sich dann vor, wie Sie nach der Wassereinnahme, aber noch vor dem Hustenanfall klingen. Schnorchel trifft es vielleicht nicht ganz, aber es kommt dem Geräusch doch sehr nahe.

Ich wollte also wieder einmal wissen, woher ein Wort kommt. Wir haben es für einmal nicht aus dem Englischen übernommen. Das englische snorkel ist im Gegenteil ein Lehnwort aus dem Deutschen, obwohl die deutschen Küsten im Allgemeinen nicht gerade als Schnorchelparadies bekannt sind. Ein Schnorchel ist nicht nur ein Atemrohr zum Schwimmen unter Wasser, sondern auch ein ausfahrbarer hohler Mast, durch den U-Boote auf Sehrohrtiefe Luft für die Maschinen ansaugen können, ohne auftauchen zu müssen.  Deutsche U-Boote sollen die ersten mit einem solchen Schnorchel gewesen sein. Das erklärt den Wortexport ins Englische vielleicht besser.

Nach den Angaben, die ich finden konnte, geht Schnorchel auf das landschaftliche Wort Schnorgel oder Schnörgel zurück, das Mund, Nase, Schnauze bedeutet. Schnorgel ist ein lautmalerisches Wort, das unter anderem mit dem ebenfalls lautmalerischen schnarchen verwandt ist. Diesmal hat mich also mein erste Intuition wider Erwarten nicht ganz getäuscht. Und wenn sie in Zukunft beim Schnorcheln einmal Wasser statt Luft schnappen, ist das zwar immer noch unangenehm, aber Sie können sich wenigstens mit dem Gedanken „trösten“, dass Sie damit sozusagen zum lautmalerischen Ursprung des Wortes zurückgekehrt sind.

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Der heißersehnte/heiß ersehnte Urlaub

Frage

Der heiß ersehnte Urlaub! Wird heiß ersehnt zusammen- oder getrennt geschrieben?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

beides ist möglich und korrekt. Es handelt sich hier um eine Verbindung mit einem Partizip an zweiter Stelle (ersehnt). Man schreibt eine solche Verbindung getrennt, wenn die darunterliegende Verbverbindung (hier: etwas heiß ersehnen) getrennt geschrieben wird. Man darf aber auch zusammenschreiben:

der heiß ersehnte Urlaub oder
der heißersehnte Urlaub

Die Regel und weitere Beispiele finden Sie auf dieser Rechtschreibseite.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Hinweis in eigener Sache

Diese Frage habe ich nicht ganz zufällig gewählt. Ab morgen, dem 24. Oktober, bin ich nämlich für zwei Wochen im Urlaub, und zwar so weit weg, dass ich mich leider nicht um Ihre sprachlichen Fragen werde kümmern können. Ab dem 8. November bin ich dann wieder für Sie da.

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Muss ich es selbst oder selber tun?

Frage

Ich bin ganz unsicher bei der Verwendung von selber und selbst. Ich frage mich, wann ich welches benutzen kann oder ob es ganz egal ist. Vielleicht sollte auch eines der beiden überhaupt nicht benutzt werden.

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

die Wörter selbst und selber haben die gleiche Bedeutung und Anwendung. Im Unterschied zu selbst, das von allen als standardsprachlich angesehen wird, gilt selber eher als umgangssprachlich. Es kommt aber auch in standardsprachlichen Texten vor. Auch hier gilt wieder einmal, dass Sie besser selbst als selber verwenden, wenn Sie ganz sicher sein wollen, dass bestimmt kein „wohlmeinender“ Zeitgenosse Ihre Wortwahl kritisiert. Hier einige Anwendungsbeispiele:

Ich habe es selbst gemacht.
Ich habe es selber gemacht.

Man sollte nicht sich selbst belügen.
Man sollte nicht sich selber belügen.

Es ging wie von selbst.
Es ging wie von selber.

Hast du den Pullover selbst gestrickt?
Hast du den Pullover selber gestrickt?

Ja, das ist ein selbst gestrickter oder selbstgestrickter Pullover.
Ja, das ist ein selber gestrickter oder selbergestrickter Pullover.

Wenn das Pronomen als Substantiv verwendet wird, verwendet man nur Selbst:

ein Teil meines Selbst
dein wahres Selbst

Auch das Adverb selbst mit der Bedeutung sogar kann nicht durch selber ersetzt werden. Also nur:

Selbst er wusste nicht mehr weiter.
Selbst hier spielst du den Clown!

Sehen Sie auch diese Grammatikseite und diese Angaben zur Rechtschreibung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Das große O und das kahle Ü: Omega und Ypsilon

Letzthin hatte ich wieder einmal ein „sprachliches Aha-Erlebnis“. Es ging um den Ausdruck das A und das O, der die Bedeutung das Wichtigste, die Hauptsache, der Kernpunkt hat. Der Ausdrucks ist auch in der Bibel zu finden: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr (Offenbarung 1,8). Der Vergleich bezieht sich auf griechische Alphabet, in dem Alpha (A) der erste und Omega (Ω) der letzte Buchstabe ist. Man findet die Buchstabenkombination A und Ω deshalb oft als Symbol auf Türen, Fenstern und Gemälden in Kapellen, Kirchen und Kathedralen.

Soweit so gut. Aber warum steht denn das Ω im griechischen Alphabet an letzter Stelle, während unser O im Alphabet in der hinteren Mitte angesiedelt ist? Solche unerwarteten und wenig überlebenswichtigen Fragen kommen eben manchmal in mir auf, ohne dass ich etwas dagegen tun könnte. Ein Blick auf das griechische Alphabet zeigt, dass unser O nicht auf das Omega, sondern auf das griechische Omikron zurückgeht, das die gleiche runde Form und ebenfalls eine Position in der hinteren Mitte hat. Omega – Omikron. Plötzlich war mir die Bedeutung des Wortes Omega klar: großes O. Mega bedeutet ja groß, wie man mit etwas Phantasie leicht aus Wörtern wie Megaprojekt, Megastar und megacool herleiten kann. Das Omikron ist dann das kleine O, denn mikro bedeutet ja klein (vgl. Mikroskop, Mikroklima und Mikrokredit). Tatsächlich steht im Griechischen das Omega, das große O, für ein langes O und das Omikron, das kleine O, für ein kurzes O. Fall geklärt.

Damit war aber diesmal die Neugierde des Dr. Bopp noch nicht ganz zufrieden. Ein anderer griechischer Buchstabe mit einem langen Namen ist das Ypsilon. Was hat es damit auf sich? Da mein Griechisch äußerst beschränkt ist (viel weiter als mega–mikro, kalimera–kalispera und efcharisto–parakalo bin ich auch nach mehrmaligem Griechenlandurlaub nie gekommen) musste ich etwas weiter suchen. Das Ypsilon ist auf Griechisch das υ psilon. Das bedeutet auf Deutsch das einfache Y, oder wörtlicher das bloße, kahle Y. Das Wort psilon findet sich noch in Fremdwörtern wie Psilose, einer Bezeichnung für krankhaften Haarausfall, und Psilocybe, dem Namen der Pilzgattung der Kahlköpfe. Doch ich schweife wieder einmal ab.

Inwieweit ist das Y also kahl, bloß oder einfach? Im Frühgriechischen wurde es wie ein u ausgesprochen und hieß auch so. Im klassischen Griechisch verschob sich die Aussprache zu ü und später dann zu i. Irgendwann einmal fiel diese Aussprache mit der Aussprache der Buchstabenkombination oι zusammen. Im Gegensatz zum zweibuchstabigen oι war das Y also bloß oder eben einfach. Das Gleiche gilt übrigens für das Epsilon, dass als einfaches ε der im Griechischen gleich ausgesprochenen Buchstabenkombination aι gegenübersteht.

Noch kurz zur Aussprache: Die im heutigen Standarddeutschen übliche Aussprache ü (Ägüpten, hüpermodern) geht auf den Einfluss der Schulbildung zurück, die sich dabei am klassischen Griechisch orientiert. Noch bis im 19. Jahrhundert soll der Buchstabe y auch im Deutschen wie in den meisten anderen Sprachen einschließlich des Neugriechischen wie ein i ausgesprochen worden sein. Das y in Bayern haben die Bayern übrigens ihrem König Ludwig I. zu verdanken, der als großer Philhellene (Freund des Griechentums) per Anordnung verfügte, dass Baiern zu Bayern werden sollte. Man sieht wieder einmal mehr: Nicht alles was alt aussieht, ist es auch.

Was man nicht alles über Buchstaben schreiben kann! Ich höre jetzt aber trotzdem auf und verweise sie nur noch auf diese Seite.

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Las ich oder habe ich gelesen? – Die Zeiten der Vergangenheit

Frage

Gibt es in der deutschen Sprache eine Vergangenheit und eine Vorgegenwart wie in manchen Fremdsprachen? Zum Beispiel:

Ich las ein Buch.
Ich habe ein Buch gelesen.

Ist das beides Vergangenheit oder gibt es da Unterschiede?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

bei den Verbformen kennt das Deutsche die folgenden Zeiten der Vergangenheit:

Perfekt (Vorgegenwart): ich habe gelesen
Präteritum (Vergangenheit): ich las
Plusquamperfekt (Vorvergangenheit): ich hatte gelesen

Anders als in anderen Sprachen gibt es im Deutschen fast keinen Unterschied zwischen dem Perfekt und dem Präteritum. Ob Sie Ich habe ein Buch gelesen oder Ich las ein Buch sagen, hängt vor allem von stilistischen Kriterien ab. So gilt zum Beispiel das Präteritum als die typische „Erzählzeit“, die man häufig in Erzählungen, Romanen usw. verwendet. Die Region, aus der Sie kommen, kann auch eine Rolle spielen: je nördlicher, desto häufiger las, je südlicher desto häufiger habe gelesen.

Einen Unterschied gibt es aber doch: Wenn ein Bezug zur Gegenwart hergestellt wird, kann nur das Perfekt, aber nicht das Präteritum verwendet werden:

Ich habe das Buch gelesen, deshalb kenne ich es schon.
Nicht: *Ich las das Buch, deshalb kenne ich es schon.

Umgekehrt, d. h. wenn es keinen solchen direkten Gegenwartsbezug gibt, sind in der Regel sowohl Perfekt als auch Präteritum möglich:

Ich habe damals viel gelesen.
Ich las damals viel.

Es gibt noch mehr Wissenswertes zur Verwendung der verschiedenen Zeiten. So kann zum Beispiel

  • das Präsens (Gegenwart) als sogenanntes „historisches Präsens“ etwas Vergangenes ausdrücken:

Im Jahr 1492 entdeckt Kolumbus Amerika.

  • das Perfekt für etwas Zukünftiges verwendet werden:

Wir haben es bald geschafft.

Ein Übersicht dazu und weitere Hinweise finden Sie auf dieser Grammatikseite.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Wegen jedes?

Frage

Wie drückt man das umgangssprachliche wegen jedem standardsprachlich aus, wenn jedem als Stellvertreter eines Nomens steht? Die Formulierung wegen jedes klingt so sehr aufgesetzt und unnatürlich, obwohl es stimmen müsste. Bei wegen jedes Einzelnen ist das schon wieder ganz anders.

Antwort

Sehr geehrter Herr H.,

wenn Sie den Dativ nach wegen vermeiden und den von bestimmt niemandem kritisierten Genitiv verwenden wollen, haben Sie mit dem Pronomen jeder tatsächlich ein Problem. Die Genitivform jedes kann nämlich aus mir übrigens völlig unerklärlichen Gründen nicht alleine stehen. Man kann also nicht sagen:

nach der Meinung jedes

In diesem Fall muss man auf andere Formulierungen ausweichen. Zum Beispiel:

nach der Meinung eines jeden
nach der Meinung aller

Die Formulierung wegen jedes klingt also deshalb so unnatürlich, weil sie nicht richtig ist. Man muss das aber eigentlich umgekehrt ausdrücken: wegen jedes ist nicht richtig, weil es so unnatürlich klingt. Wie dem auch sei, Sie sollten hier wegen eines jeden oder wegen jedes Einzelnen verwenden oder den Satz ganz umformulieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Mehr Informationen zum Pronomen jeder/jede/jedes finden Sie hier und hier.

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